Barbeque am Kindertag
Steffel | 9. Mai 2007 | 2.009 mal gelesenLetzten Samstag war der Tag der Kinder in Japan. Viele Familien machen etwas Schönes zusammen mit ihrem Nachwuchs. Ich hatte das Vergnügen, bei einem großen Barbeque mit mehreren Familien und Freunden teilzunehmen.
Gegen 11 Uhr machten Yuko und ich uns auf den Weg in Richtung Norden. Unterwegs trafen wir dann die meisten anderen Pilger, die auch mit dem Zug zum verabredeten Treffpunkt fuhren. Darunter waren auch die beiden kleinen Mädels Ka-chan und Miho-chan, zwei Deutsch lernende Mädchen, die zudem noch bezaubernd Geige spielen können. Nach knapp 1.5 Stunden waren wir endlich am Ziel angekommen.
Unsere erste Station war eine alte Sake-Fabrik, die in einem alten Dorf gelegen ist. Zuerst gab es Tee und ein paar Kleinigkeiten zu essen. Anschließend erzählte uns der Chef der Fabrik über die Geschichte der Fabrik etc. Danach durften wir durch die Fabrik spazieren und kamen schließlich zu meinem Lieblingspart, dem Testen der ca. 8 verschiedenen Sake. Der schon etwas betagte Chef ordnete die Flaschen nach Alkoholgehalt, beginnend mit dem schwächsten Sake. Natürlich nutzte ich die Chance und ließ mir meinen kleinen Testbecher stets bis zum Rand füllen. Der Sake schmeckte wirklich ausgezeichnet, viel besser als herkömmlicher Sake, den man hier in jedem 24h-Laden kaufen kann. Nach der Sakeverkostung kauften einige von uns noch ein paar Flaschen. Auf Anfrage ließ uns der Chef sogar noch Pflaumenschnaps probieren. Einfach köstlich!
Etwas angeheitert machten wir uns nun per pedes auf den Weg in das nächstgelegene Dörfchen. Dort gab es einen kleinen Park, wo wir uns auf die Bänke setzten und uns u. a. die Bäuche mit allerlei Leckereien füllten, Bier tranken und mit den Kindern Ball spielten. Einfach herrlich, wieder mal ein Kind zu sein ![]()
Am späten Nachmittag fuhren wir mit einem Bus zu einem traditionellen japanischen Hotel (Ryokan). Dort war für uns alle ein großer Saal bestellt, wo wir uns an drei großen Tischen versammelten und Nabe, sowie Kampfhähnchen verzehrten. Nebenbei spielten die Kleinen, die allesamt Geige, Violoncello und Kontrabass lernen, uns ein paar Musikstücke vor. Und in der Zeit, wo sie nicht mit ihren Instrumenten hantierten, rannten sie wie wild durch das ganze Hotel und machten Unfug.
Ganz am Anfang jedoch ein kleiner bitterer Nebengeschmack. Als wir uns die Schuhe auszogen, wurden wir nicht nur von einer älteren netten Dame empfangen, sondern auch von einer sehr flinken Kakerlake, die dann mit einem Latschen vorerst laufunfähig gemacht wurde. Über ihren weiteren Fortgang sind mir leider keine Informationen bekannt
Nach köstlichem Essen und klassischer Musik machten wir uns dann auf den langen Heimweg. Erst gegen kurz vor Mitternacht erreichten wir unser trautes Heim. Ein sehr anstrengender, aber herrlicher Tag im sommerlichen Japan.
Am Sonntag waren Yuko und ich in einem Outlet in Kobe und besuchten die unzähligen Läden dort. Yuko kaufte sich ein paar sehr schöne Anziehsachen. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht gerade sommerlich. Dafür sind es jetzt fast 30 Grad und es wird langsam schwül. Der Schrecken des Sommers beginnt. Warum schwitzen die meisten Japaner kaum? Schweinerei!





