Mal ‘n ruhiges…
Steffel | 11. Juni 2007 | 2.377 mal gelesenDer Samstag war eigentlich ein richtiger Gammeltag. Wir haben bis zum Nachmittag geschlafen. Eigentlich wollte ich dann irgendwo mit Yuko hin, aber sie hatte absolut keine Lust, irgendetwas zu machen. Ich bin dann schnell in einen der vielen Convinient-Stores gegangen, um etwas kleines zu essen zu kaufen. Um 21 Uhr hatte ich dann einen Unterricht in Umeda. Heute war ich mal wieder alleine in der Schule. Daher konnte ich also nach Herzenslust laut auf Deutsch unterrichten ![]()
Nachdem der Unterricht zu Ende war, habe ich mich wieder mit Yuko getroffen. Wir sind dann zu einem Izakaya gegangen, um uns die Mägen vollzustopfen.
Am Sonntag wollte dann die Dame des Hauses aktiv sein. Am Vormittag ging sie erstmal für drei Stunden zum Friseur, so dass wir erst am frühen Nachmittag uns auf den Weg machen konnten. Bevor wir zu unserem Ausflugsziel, Kobe, fuhren, aßen wir erstmal ein verspätetes Mittag. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu Fuß nach Umeda, um von dort mit dem Zug nach Kobe zu fahren. Die Fahrt an sich wäre nicht unbedingt sehr interessant gewesen. Ich bin fast eingeschlafen, als es dann doch interessant wurde. Das Wetter war an diesem Tag schon sehr abwechslungsreich. Ab und zu regnete es, dann war es wieder trocken. Aber während der Zugfahrt ging dieses Spielchen ins Extreme. Erst ein leichter Regen, dann trocken… plötzlich prasselt der Regen runter, so dass man sich fühlte, als ob man in einem Ozean versinke. Es war wirklich wie der Weltuntergang. Zum starken Regen gab es dann noch kräftige Sturmböen, die den Zug zusätzlich noch schwanken ließen. Doch der Zugführer hielt unbeirrt Kurs… sehr vorbildlich ![]()
Nach knapp 3 bis 5 Minuten hörte der Regen so schnell auf wie er angefangen hatte. Nun schien bei leicht bewölktem Himmel die Sonne. Und wir sind in Kobe angekommen…
Wir hatten noch nicht einmal den Bahnhof verlassen, als die nächste Überraschung auf uns wartete. Am Ausgang standen etliche Menschen herum. Als wir dann auf die Straße blicken konnten, sahen wir zwei Männer, die sich offenbar nicht wohlgesonnen waren. Der eine – ein kleiner, etwas schmutzig wirkender Mann – hatte ein Taschenmesser in der Hand, grinste den anderen an und bedrohte ihn. Beide standen direkt hinter einem Taxi. Zuerst dachte ich, dass der eine Mann vielleicht der Taxifahrer wäre, aber der saß stocksteif im Auto und schaute in den Rückspiegel.
Einige Menschen standen herum und gafften. Nach einigen Minuten kamen dann endlich mal zwei, drei Polizisten. Sie kamen nicht gerade sehr professionel. Einfach langsam trabend direkt von vorne, so dass der Angreifer sie schon früh erkennen konnte. Zum Glück für den Bedrohten, war der Angreifer anscheinend nicht wirklich darauf aus, ihm etwas anzutun, denn er warf das Messer einfach auf den Boden und ließ sich gefangen nehmen. Die Polizisten hatten also ein leichtes Spiel. Der “Messerstecher” brüllte noch den anderen Mann an und grinste weiterhin leicht wirr durch die Gegend.
Irgendwann kam dann mal ein Polizeiwagen an und nahm den jungen Mann mit.
Als wir uns dann wieder auf den Weg machten, kamen trotzdem noch mehr Polizisten angeschlichen. Dabei waren die Beteiligten schon längst weg. Immer wieder sahen wir ein, zwei Polizisten zum Tatort gehen. Warum das? Wahrscheinlich haben sie noch nicht erfahren, dass die Show vorüber ist. Naja, japanische Polizisten sind eine Sache für sich
Wir machten uns auf den Weg zu einem Schrein, wo wir für die Gesundheit von Yukos Mutter beteten. Danach gingen wir shoppen. Yuko kaufte sich Kosmetik und ich kaufte mir eine neue Krawatte vom Gutschein, den mir einer meiner Schüler als Dankeschön gegeben hatte. Diese habe ich heute natürlich gleich mal in der Schule getragen
Irgendwann abends machten wir uns – erschöpft von der vielen Lauferei – auf den Weg nach Hause.





