Eine Reise nach Taipei
Steffel | 30. Juli 2007 | 143 mal gelesenIn der letzten Woche habe ich eine kurze Reise nach Taiwan gemacht. Ich bin zusammen mit Jin, ein japanischer Freund von mir, und seinem Bruder nach Taipei geflogen.
Wir sind mit EVA Airlines geflogen. Habt ihr schon mal davon gehört?? Das ist wahrscheinlich eine taiwanesische Fluggesellschaft. Um so mehr hat es mich verwundert, dass die Filme auf dem knapp zweieinhalbstündigen Flug sogar in deutscher Sprache angeschaut werden konnten. Das hatte ich bisher noch auf keinen meiner Flüge. Ich habe mir auf dem Hinflug den Film Disturbia und auf dem Rückflug (zum zweiten Mal, aber diesmal auf Deutsch) 300 angeschaut. Aufgrund der unzähligen Unterbrechungen durch das Flugpersonal konnte ich beide Filme leider nicht bis zum Ende schauen, was neben dem pappigen Essen zu den wenigen negativen Erfahrungen gehörte.
In Taipei angekommen, wurde ich sofort vom unmenschlich heißen Sommerwetter empfangen. Dort war es noch heißer als in Japan. Neben dem schweißtreibenden Wetter wurden wir auch von einem kleinen Mann mit schlechten Zähnen genervt. Er wollte uns ein Taxi anbieten. Taxi? Naja, kein normales Taxi.
Jin informierte sich zur Sicherheit beim Flugpersonal über den Preis für die Fahrt ins Stadtzentrum. Laut der Information waren die herkömmlichen Taxis wirklich teurer, so dass wir auf das Angebot des kleinen nervigen Mannes eingingen. Er telefonierte schnell und es kam ein großer schwarzer Mercedes, mit dem wir auf die knapp dreiviertelstündige Reise zu unserem Hotel gingen.
Unser Hotel sah gar nicht mal so schlecht aus. Unser 3-Bett-Zimmer war jedenfalls dank einer gut funktionierenden Klimaanlage auf winterliche Temperaturen gekühlt worden.
Nach kurzer Pause machten wir uns nun auf dem Weg zum ehemals größten Gebäude der Welt, dem Taipei 101. Das Gebäude war mit seinem 508 Metern bis Mitte des Monats das größte Gebäude… Leider ist nun ein sich noch im Bau befindendes Gebäude in Dubai schon größer, so dass ich eben nur das zweitgrößte Gebäude bestaunen könnte. Übrigens soll das Dingens in Dubai über 700 Meter hoch werden!! Naja, jedem das seine..
Da der Eintrittspreis mit umgerechnet 30 Euro einfach zu teuer war, haben wir die lange Fahrstuhlfahrt nicht gemacht und uns nur von unten von der gewaltigen Höhe beeindrucken lassen.
Nachdem wir uns (schnell) sattgesehen haben, zogen wir weiter. Wir fuhren mit dem Taxi zu einem Markt, auf dem es viele Läden gab, die irgendwelche essbaren(???) Gerichte anboten. Eigentlich wollten wir dort unser Abendbrot essen. aber alles sah dort ziemlich schmutzig aus (fast überall) und es roch an manchen Ecken wirklich sehr unappetitlich. Von daher verließen wir den Markt nach einem schnellen Rundgang.
Durch Zufall fanden wir dann ein nettes taiwanesisches Restaurant, in dem wir uns die Bäuche vollschlugen. Ich musste dabei auch ein paar Meeresfrüchte essen… Aber das innere von Fischaugenzu essen, war mir dann doch zu viel des Guten. Ich habe keine Ahnung, zu welchem Fisch diese riesigen Augen gehörten. Es sah für mich jedenfalls sehr unappetitlich aus.
An diesem Abend gingen wir recht früh ins Bett, damit wir den nächsten Tag voll nutzen konnten. Dies taten wir dann auch. Wir waren von morgens bis abends unterwegs. Wir besichtigten Tempel, Museen und schönne Parks. Aufgrund des Wetters war ich sehr schnell müde geworden. Vom Schweiß gebadet und mit schon erröteter Haut, machten wir uns abends nochmal kurz im Hotel frisch. Dann zogen wir schon wieder los. Wir wollten noch ein leckeres Restaurant finden. Auf dem Weg dorthin, kamen wir an einem Teeladen vorbei, dessen Besitzer ein sehr netter Mann war, der auch sehr gut Japanisch sprechen konnte. Er lud uns zu ein paar Tassen teurem Oolongtee ein. Anschließend wollte Jin noch seine schmerzenden Füße in einem Fußmassagesalon kurieren lassen. Der Teeladenbesitzer rief seinen Bekannten an, der in einem solchen Laden arbeitet. Der kam kurz darauf vorbei und holte uns ab. Während Jin sich der Behandlung unterzog, saßen wir anderen beiden auf der Couch und “lasen” taiwanesische Zeitungen.
Nach knapp 30 Minuten ging es dann endlich zum Restaurant. Dort aßen wir wirklich sehr viel leckeres Zeugs wie z.B. Bambuswurzeln in süßer Mayonaise. Nebenbei tranken wir noch drei oder vier verschiedene Sorten Bier.
Mittlerweile war es schon spät geworden, aber wir wollten noch unbedingt zu einem Wahrsager gehen. Nachdem wir im Hotel und auch im Teeladen nachgefragt haben, fanden wir dann auch in einem unterirdischen Gang die “Stadt der Wahrsager”. Manchmal auf einem alten Hocker und manchmal in einer kleinen Kabine sitzend, wurden wir von den teilweise sehr merkwürdig aussehenden Wahrsagern regelrecht mit Preisangeboten bombardiert.
Ein alter Mann ohne Zähne und ohne Haare schien uns besonders gern zu haben. Er schrie uns noch im Nachhinein seine Preisvorschläge um die Ohren. Die Preise waren dabei schon sehr unterschiedlich (von 100 bis zu 3000 Dollars). Wir entschieden uns für einen alten Mann, der uns ein günstiges Angebot machte. Mithilfe seiner süßen Vögelchen sagte er mir (und Yuko) eine sehr gute Zukunft voraus. Na wenn das nichts ist!!! ![]()
Zufrieden und müde verließen wir diese kleine unterirdische Subkultur und machten uns auf den Heimweg. Schließlich wollten wir noch ein bisschen schlafen, bevor wir gegen 5:30 Uhr wieder aufstehen mussten, damit wir rechtzeitig zum Flughafen konnten.
Somit endete eine sehr kurze, aber sehr interessante Reise in ein doch ziemlich anderes asiatisches Land. Natürlich gibt es in Taiwan viele ähnliche Sachen wie in Japan, aber Japan gefällt mir persönlich tausendmal besser. Japan ist viel sauberer, das Essen schmeckt besser und ich kann die Leute hier auch viel besser verstehen
Zudem waren die Milliarden chinesischen Schriftzeichen einfach zu viel. Da bin ich froh, dass es in Japan nicht ganz so viele gibt und man auch noch die beiden anderen Schriften hat, mit denen man Satzstrukturen etc. viel leichter erkennen kann.





