Deutschtreff, erste Auflage
Steffel | 10. Oktober 2008 | 1.468 mal gelesenEigentlich wollte ich diesen Artikel erst schreiben, wenn ich ein paar “Beweisfotos” von den anderen Teilnehmern erhalten habe. Ich habe leider keine Fotos gemacht.
Nun gut… Am letzten Wochenende fand nun der erste Deutschtreff in Osaka statt. Dazu noch eine kleine Vorgeschichte:
Ich wohne ja nun mittlerweile seit über anderthalb Jahren in Osaka. Das Leben ist zwar grundsätzlich sehr schön und ich habe ein paar Freunde und einige Bekannte, aber es sind fast ausnahmlos alles Japaner. Die wenigen ausländischen Bekannten sind alle englischsprachig. Zwar rede ich jeden Tag viel auf Deutsch, aber eben nur mit Japanern. So kann ich nicht mein volles Programm abrufen ![]()
Aus diesem Grunde habe ich mich vermehrt auf einem deutschen Forum für Japanliebhaber herumgetrieben und bin auf einen Eintrag von einem anderen Deutschen gestoßen, der auch gerne mal ein paar Deutsche in Japan treffen wollte. Zufällig wohnte dieser auch hier in der Nähe. Mit der Zeit kamen noch ein paar mehr dazu. Und so verabredeten wir uns zu einem ersten Treffen, das heute vor einer Woche stattfand.
Insgesamt waren wir fünf Deutsche und sechs Japanerinnen, von denen vier sehr gut Deutsch konnten. Wir gingen zusammen zu einem asiatischen Restaurant, bestellten einen Kurs und eine Nomihōdai (飲み放題 = Trinken, so viel man möchte). In unserem Fall war sie auf zwei Stunden begrenzt. Einige von uns nutzten diese Gelegenheit ausgiebig
Nachdem die zwei Stunden wie im Fluge vergangen und wir uns alle etwas näher gekommen waren, ging ein Teil von uns noch in ein Irish Pub. Die anderen machten sich auf den Heimweg. Leider fährt die letzte Bahn hier zwischen 23:30 und 0:50 Uhr, je nachdem, mit welcher Bahnlinie man fahren muss.
Der harte Kern entschloss sich, die Nacht durchzumachen, um dann mit dem ersten Zug gegen 5 Uhr morgens nach Hause zu fahren. Zunächst marschierten wir zu diesem Irish Pub, in dem es stets von Ausländern – häuptsächlich englischen Muttersprachlern – wimmelt. Dort tranken wir ein paar weitere alkoholische Getränke (darunter einen Cocktail aus Jägermeister und Engery drink). Irgendwann war es dann dort zu langweilig und wir machten eine weitere Bar ausfindig, in der wir die einzigen Ausländer waren.
Es war schon weit nach Mitternacht, als wir dann unsere letzte Station, eine Spielhalle aufsuchten und dort Billard spielten. Gegen 5 Uhr verließen wir dann den Laden und gingen vorerst völlig übermüdet getrennte Wege.
Doch schon abends kamen vier von uns wieder zusammen. Auch diesmal machten wir die Nacht zum Tag und zogen, diesmal in Namba, dem südlichen Teil von Osaka, durch die Gegend. In Namba gibt es sehr viele interessante junge Japaner und komische Ausländer. Als wir an einer kleinen Gruppe an Japanern vorbeiliefen, riefen sie zu meiner Frau “Bitch”. Was das heißt, muss ich ja wohl nicht erklären. Am liebsten wäre ich umgedreht und hätte da mal meine Meinung dazu gesagt. Aber so eine niveaulose Bemerkung hat eigentlich keine Beachtung verdient.
Nachdem wir uns in einer Ausländerbar die Zeit vertrieben haben, entdeckten wir eine Broschüre, auf der eine Bar angepriesen wurde, in der man Shishas konsumieren kann. Mich hat so eine Wasserpfeife eigentlich noch nie interessiert. Aber auch ich probierte mal die mit Apfelaroma gefüllte Pfeife. Bis auf den Rauch, den man lustig durch die Gegen pusten kann, war ich von dieser arabischen Erfindung nicht wirklich angetan und werde es wohl nicht noch einmal probieren.
Dafür hat es mir eine Gruppe junger Japaner angetan, die uns gegenüber saß. Ich weiß nicht, ob es am exzessiven Konsum an Wasserpfeifen lag, aber fast alle benahmen sich nicht wirklich japanisch. Sie betatschten sich gegenseitig an Schultern, Beine, Bauch und sonstwo. Und sogar die Jungs gegenseitig. Diese Gruppe zu beobachten war eigentlich die Rettung des Abends, da wir alle schon sehr müde waren, nur noch auf unseren Stühlen saßen und uns schnell den Morgen herbeiwünschten.
Es war vier Uhr morgens als wir uns dann endlich entschließen, uns auf den Heimweg zu machen. Von Namba in den Norden Osakas, nach Umeda, dauert es zu Fuß knapp eine Stunde.
Den Sonntag verbrachten wir dann fast ausschließlich schlafend im Bett. Draußen regnete es sowieso den ganzen Tag, so dass wir nicht wirklich etwas verpassten. Auch jetzt verspüre ich alter Mann die Folgen des Wochenendes
Trotz der Strapazen war es doch sehr schön, mal wieder richtig auf Deutsch zu reden. Der nächste Treff kommt bestimmt! Aber dann nicht in so einem extremen Ausmaß.
Wort des Tages: 二日酔い (futsukayoi = Kater; Brummschädel)





