Steffen in Japan

Ein Berliner auf Abwegen ;)
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Vorteile meiner Arbeit

Steffel | 7. November 2008 | 693 mal gelesen

Wie ihr vielleicht wisst, versuche ich als Deutschlehrer hier in Japan zu überleben. Das klappt auch mehr oder weniger gut. Wie bei jeder Arbeit gibt es auch in meinem Beruf Vor- und Nachteile. Nachteile sind zum Beispiel die sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten und Schüler, die nur einmal pro Monat in der Schule erscheinen und daheim nichts gemacht haben, so dass man in jedem Unterricht wieder von vorne anfangen müsste (Und täglich grüßt das Murmeltier). Zum Glück sind solche Schüler, bei denen man sich fragt, warum sie überhaupt so viel Geld ausgeben, die Ausnahme.

Ein paar von den Vorteilen meines Berufs möchte ich nun kurz erwähnen:
Man hat mit vielen lustigen, interessanten Menschen zu tun, die aus den verschiedensten Gründen an Deutschland oder der deutschen Sprache interessiert sind. Da wären z.B. die Sissi-Fans, die Grammatikfreaks, Klavierspielerinnen und sogar Professoren der Germanistik, die von einem Muttersprachler noch ein paar Details der angewendeten Sprache hören möchten, die so in den Lehrbüchern nicht vorkommen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass man nicht jeden Tag früh morgens aus dem Haus muss, sondern auch mal bis 10 Uhr schlafen kann. Dafür hat kommt man dann etwas später von der Arbeit nach Hause. Aber das ist ja in Japan Gang und Gäbe.
Was mich auch an meiner Arbeit sehr motiviert, ist der Fortschritt, den man bei seinen Schülern erkennen kann. Konnten manche anfangs nur eine Begrüßung aufsagen, können sie jetzt sogar schon einfache Diskussionen führen.

Der für mich wohl angenehmste Vorteil an diesem Beruf sind die vielen kleinen Geschenke, die man gelegentlich von seinen Schülern erhält. Gerade in dieser Woche habe ich zwei Souvenirs erhalten. Eine Schülerin war in Nikkō, eine Stadt, die etwa 140 km von Tokio entfernt liegt und ein beliebtes Reiseziel für Touristen ist. Dort gibt es eine Holzschnitzerei der drei Affen, die nichts (Böses) sehen, hören und sagen. Zwar erhielt ich keine Kopie dieser drei Affen, aber dafür ein lokales Bier, das auch ziemlich lecker schmeckte.

Von einer anderen Schülerin, die für zwei Wochen eine Schiffsfahrt nach Hawaii gemacht hat, bekam ich eine Packung Kaffeebohnen einer der teuersten Kaffeesorten der Welt: Kona Coffee. Jetzt muss ich mir nur noch eine Kaffeemühle kaufen, um diese besondere Kaffeesorte zu genießen. Also werde ich nachher schnell zum Kaufhaus flitzen, eine Kaffeemühle kaufen und mich heute Abend wie ein kleiner König fühlen :) Ah… jetzt fehlt nur noch eine Flasche Sambuca, um die Kaffeebohnen auch dafür zu verwenden…

Fast vergessen: das Wort des Tages: お土産 (omiyage = Souvenir)

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  • Datum: 7. November 2008
  • Kategorie: Aus dem Leben
  • Tags: Deutsch, Deutschlehrer, Kona Coffee, Souvenir
  • Ähnliche Beiträge: Ein Hauch von Japan… Souvenir aus Finnland,  Polizeikontrolle und Deutsch im Café, 
  • Autor: Steffel
  • Wörter: 404 Wörter

« Ausflug nach Kyoto Mein täglich Brot »

11 Antworten in “Vorteile meiner Arbeit”

  1. Michael Michael sagt:
    7. November 2008 um 10:56

    Na so wie ich das sehe überwiegen die Vorteile aber, von deiner Tätigkeit als Deutschlehrer :-)
    Der Kona Coffee schmeckt und riecht sehr gut. Unbedingt probieren :-)

  2. Steffen Schultze Steffel sagt:
    7. November 2008 um 15:30

    So, nun habe ich mir eine Kaffeemühle gekauft und meinen ersten Kaffee getrunken. Der Kaffee hat wirklich sehr gut geschmeckt und riecht auch super :)
    Falls ihr ein paar Fotos von meiner Kaffee-Session sehen wollt, dann schaut mal bei meinem Japanisch-Blog vorbei: http://blog.magnifiq.net/nihongo.

    Jaja, ich habe zu viele Blogs und bin ein Freak ;)

  3. Michael Michael sagt:
    7. November 2008 um 16:25

    Ops ja du bist wirklich ein kleiner Freak, 3 Blogs. Da bist du ja immer am schreiben :-)

  4. Steffen Schultze Steffel sagt:
    7. November 2008 um 16:36

    Naja, eigentlich wollte ich diesen Blog hier aufgeben und mit dem anderen fortsetzen. Aber es viel mir schwer, mich von diesem hier zu verabschieden. Außerdem wollte ich meine persönlichen Erlebnisse nicht mit den allgemeinen Dingen vermischen, die ich über Japan schreiben möchte.
    Der Japanisch-Blog dient sozusagen als eine Übunsmöglichkeit, meine Japanischkenntnisse zu verbessern. Ob das Sinn macht, weiß ich nicht. ;)

    Und ja… ich schreibe in letzter Zeit ziemlich gerne, warum auch immer :)

  5. Michael Michael sagt:
    7. November 2008 um 16:45

    Sehr bemerkenswert!!
    Ich kann leider deinen Japanisch Blog nicht verstehen :-( Vielleicht eines Tages wird es möglich sein….:-)

  6. Sebastian Tschan Sebastian Tschan sagt:
    7. November 2008 um 16:49

    Wenn ich mir deinen Japanisch-Blog so anschaue kann ich gar nicht glauben das du mit mir in einem “Japanisch für Anfänger”-Kurs warst. Ich versteh nämlich kein Wort. :|

    Aber freut mich, das dir dein Job Spaß macht. Ich glaube eine Arbeit, die einem gefällt, gehört mit zu den wichtigsten Dingen im Leben. :)

  7. Steffen Schultze Steffel sagt:
    8. November 2008 um 12:43

    Zum Glück könnt ihr das nicht verstehen, denn dann würdet ihr die vielen Fehler erkennenn ;) Ich muss auch noch sehr lange üben, bis ich irgendwann mal eine Zeitung lesen UND verstehen kann.

    @Sebastian:
    Die Katakana solltest du doch noch im Schlaf beherrschen, oder? ;)
    Und es stimmt. Eine Arbeit, die einem Spaß bereitet, ist sehr sehr wichtig, um sich wohl zu fühlen. Jetzt muss nur noch das Gehalt aufgebessert werden ;) Aber in diesem Monat sind schon einige neue Schüler gekommen. Es geht also aufwärts :)

  8. chochajin chochajin sagt:
    9. November 2008 um 2:29

    Hallo,

    sehr interessanter Eintrag. Ich bin auch Deutsche und arbeite hier in Japan als Lehrerin seit März 2008. Allerdings bin ich als Englisch-, nicht als Deutschlehrerin tätig. Du hattest großes Glück, eine Anstellung als Deutschlehrer zu finden, aber das weißt du sicher.

    Was du hier geschrieben hast, kommt mir sehr bekannt vor. Ich genieße meine Arbeitszeiten (spätes Aufstehen, aber auch entsprechend spät nach Hause kommen) sehr. Ich liebe das Lehrerdasein, ich mag meine Schüler sehr und wir bekommen auch regelmäßig von unseren Schülern bzw. deren Eltern Geschenke (meist in Form von Essen versteht sich *g*).

    Da du einen jap. Blog eröffnet hast, stellt sich mir die Frage, wie gut dein Japanisch ist. Seit wann lernst du denn Japanisch und wie würdest du dein derzeitiges Level einschätzen? Immerhin lebst du hier schon eine ganze Weile :)
    Ich versuche, jeden Tag zu lernen, aber mit einem Vollzeitjob (das wird dir nicht anders gehen?!) gestaltet sich das doch ein wenig schwierig.

    Ich bin froh, dass du dich dazu entschieden hast, diesen Blog zu behalten. Es gibt ja doch nicht so viele Deutsche, die in Japan leben und arbeiten und darüber schreiben – daher genieße ich es schon, hier ab und zu zu lesen :)

    P.S.: Ich habe weder die Pepsi White noch die Fanta Green Apple bisher probiert und ich bin mir ziemlich sicher, dass die mir auch nicht schmecken würden ;)

    Weiter so! :)

  9. Hamu-Sumo Hamu-Sumo sagt:
    9. November 2008 um 15:59

    Bei dem Kaffee wäre ich als Nicht-Kaffee-Trinker gnadenlos auf Grund gelaufen. Davon ab, dass ich mich irgendwie bescheiden fühlen würde solch ein teures Geschenk von einer Schülerin anzunehmen…

  10. Steffen Schultze Steffel sagt:
    9. November 2008 um 16:44

    Vielen Dank für die vielen Kommentare.
    @chochajin:
    Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt und dass du ähnliche Erfahrungen gemacht hast wie ich. Wie wäre es, wenn du auch einen Blog eröffnest? Ich lese auch gerne die Blogs von anderen Deutschen in Japan.
    Fanta Green Apple kannst du ruhig mal probieren. Die ist nicht soooo schlecht. Die Pepsi… naja, die muss man nicht probiert haben. ;)

    @Hamu-Sumo:
    Meine Schülerin wusste natürlich, dass ich gerne Kaffee trinke. Von daher konnte da nichts schief gehen ;) Ich weiß nicht ,wie teuer die Tüte war, es waren auch “nur” 200g. Ich habe mich natürlich ein wenig peinlich gefühlt, aber man muss auch bedenken, dass diese Frau nur so im Geld schwimmt und es aus ihrer Sicht eher eine Kleinigkeit war.

  11. chochajin chochajin sagt:
    11. November 2008 um 16:10

    Ich hatte ursprünglich vor, einen Blog auf Deutsch zu schreiben, jedoch fehlt mir einfach die Zeit dazu. Ich halte meine Familie und Freunde lediglich sporadisch via E-Mail auf dem Laufenden, aber danke dass du Interesse angemeldet hast ;)
    Freu mich darauf, weitere Einträge von dir zu lesen!

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