Vorteile meiner Arbeit
Steffel | 7. November 2008 | 2.682 mal gelesenWie ihr vielleicht wisst, versuche ich als Deutschlehrer hier in Japan zu überleben. Das klappt auch mehr oder weniger gut. Wie bei jeder Arbeit gibt es auch in meinem Beruf Vor- und Nachteile. Nachteile sind zum Beispiel die sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten und Schüler, die nur einmal pro Monat in der Schule erscheinen und daheim nichts gemacht haben, so dass man in jedem Unterricht wieder von vorne anfangen müsste (Und täglich grüßt das Murmeltier). Zum Glück sind solche Schüler, bei denen man sich fragt, warum sie überhaupt so viel Geld ausgeben, die Ausnahme.
Ein paar von den Vorteilen meines Berufs möchte ich nun kurz erwähnen:
Man hat mit vielen lustigen, interessanten Menschen zu tun, die aus den verschiedensten Gründen an Deutschland oder der deutschen Sprache interessiert sind. Da wären z.B. die Sissi-Fans, die Grammatikfreaks, Klavierspielerinnen und sogar Professoren der Germanistik, die von einem Muttersprachler noch ein paar Details der angewendeten Sprache hören möchten, die so in den Lehrbüchern nicht vorkommen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass man nicht jeden Tag früh morgens aus dem Haus muss, sondern auch mal bis 10 Uhr schlafen kann. Dafür hat kommt man dann etwas später von der Arbeit nach Hause. Aber das ist ja in Japan Gang und Gäbe.
Was mich auch an meiner Arbeit sehr motiviert, ist der Fortschritt, den man bei seinen Schülern erkennen kann. Konnten manche anfangs nur eine Begrüßung aufsagen, können sie jetzt sogar schon einfache Diskussionen führen.
Der für mich wohl angenehmste Vorteil an diesem Beruf sind die vielen kleinen Geschenke, die man gelegentlich von seinen Schülern erhält. Gerade in dieser Woche habe ich zwei Souvenirs erhalten. Eine Schülerin war in Nikkō, eine Stadt, die etwa 140 km von Tokio entfernt liegt und ein beliebtes Reiseziel für Touristen ist. Dort gibt es eine Holzschnitzerei der drei Affen, die nichts (Böses) sehen, hören und sagen. Zwar erhielt ich keine Kopie dieser drei Affen, aber dafür ein lokales Bier, das auch ziemlich lecker schmeckte.
Von einer anderen Schülerin, die für zwei Wochen eine Schiffsfahrt nach Hawaii gemacht hat, bekam ich eine Packung Kaffeebohnen einer der teuersten Kaffeesorten der Welt: Kona Coffee. Jetzt muss ich mir nur noch eine Kaffeemühle kaufen, um diese besondere Kaffeesorte zu genießen. Also werde ich nachher schnell zum Kaufhaus flitzen, eine Kaffeemühle kaufen und mich heute Abend wie ein kleiner König fühlen
Ah… jetzt fehlt nur noch eine Flasche Sambuca, um die Kaffeebohnen auch dafür zu verwenden…
Fast vergessen: das Wort des Tages: お土産 (omiyage = Souvenir)





