Kleine Hausparty
Steffel | 4. Mai 2009 | 1.492 mal gelesenNachdem diese Party eigentlich schon am Wochenende davor stattfinden sollte, konnten wir sie an letzten Samstag veranstalten. Zu Gast waren unser japanischer “Vater” Maquis-chan, Jan mit Frau und Ludwig. Yuko und ich haben den ganzen Tag über die Wohnung aufgeräumt, einen Großeinkauf gemacht und schon mit Kochen angefangen. Auf dem Menü stand sächsische Kartoffelsuppe und Kawara Soba, eine Spezialität aus Yukos Heimat Yamaguchi. Es waren also zwei Speisen, die eigentlich gar nicht zueinander passen. Dafür konnten alle etwas aus ihrem Heimatland genießen.
Gegen 17 Uhr ging ich zum Bahnhof, um Ludwig abzuholen, aber der erschien nicht. Also wartete ich vor dem Ausgang und beobachtete die Menschen und Autos, die an an mir vorbeigingen bzw. -fuhren. Ist schon ziemlich interessant, was man dabei alles erleben kann. Ein komischer LKW, der aussah, als ob er direkt vom Mars kam. Die Fensterscheiben waren Silber und überall am Fahrzeug waren irgendwelche Spoiler und andere schwer beschreibbare Sachen angebracht. Dazu machte dieses Weltraummobil auch noch einen komischen Pfeifton.
Wenig später raste ein Motorradfahrer über die Kreuzung und verlor dabei etwas. Es gab einen lauten Knall. Der Motorradfahrer bemerkte es und stellte sein Gefährt ein knapp 100m auf einen Parkplatz, um dann wenige Minuten später mit einem großen Plastikbehälter zurückzukehren, der durch den Aufprall auf der Straße zerbrochen war.
Da es mittlerweile schon 17:30 Uhr war, dachte ich mir, dass ich auf die anderen Gäste warte. Und kaum setzte ich mich auf eine kleine Mauer, standen sie schon vor mir. Maquis-chan holte noch ein paar Bier und wir gingen nach Hause. Ludwig sollte dann etwas später auftauchen.
Daheim bereiteten wir den Tisch vor und plauderten bei ein paar Bierchen, während Yuko noch in der Küche stand.
Endlich war es so weit. Das leckere Essen stand auf dem Tisch und wir drum herum. Nach dem Essen, musste ich mich meiner täglichen Arbeit, dem Abwaschen widmen. Ludwig half mir und trocknete alles ab. Die anderen dagegen hörten gespannt zu, wie Yuko – eher widerwillig – am elektronischen Klavier ihr Können demonstrierte.
Nachdem wir uns ein wenig vom Essen erholt hatten und wieder genug Platz für weitere Bierchen war, spielten wir eine Runde Monopoly, bei dem der Heimvorteil anscheinend zum Sieg führte. Alle Gäste mussten nach und nach dran glauben. Als dann nur noch Yuko und ich übrig blieben, einigten wir uns auf eine Siegerin, die mit einem kapitalistischen Grinsen das Spiel wieder wegräumte.
Ein paar Gerüchte gingen durch die Wohnung. Wer verwaltete die Bank und die Straßen? War das nicht Yuko? ^^
Da es schon kurz nach 23 Uhr war und die Züge in Osaka, speziell die U-Bahnen, sehr früh den Betrieb einstellen, war das sozusagen auch schon das Ende eines geselligen Abends. Wir brachten unsere Gäste gemeinsam zum Bahnhof und freuten uns anschließend über einen Kühlschrank voller Bier. Es ist noch genug für die nächste Party da
Wort des Tages: 終電 (shūden = letzter Zug; letzte Bahn)
Es ist wirklich nicht gerade sehr praktisch, dass schon so früh keine Bahnen mehr fahren und man gezwungen ist, ein Taxi zu nehmen, oder die Nacht durchzufeiern. Wir haben es noch recht gut, da wir in der Stadt wohnen und mit dem Fahrrad theoretisch überall hinkommen.





