Am hellichten Tag
Jun 15 2012
Von dem, was sich am 10. Juni hier in Osaka abspielte, bekommt man Gänsehaut. Am frühen Nachmittag des 10. Juni 2012 wurden auf einer gut frequentierten Straße, in der Nähe einer Grundschule, in Shinsaibashi zwei Menschen von einem 36-jährigen Mann mit mehreren Messerstichen ermordet.
Dabei stach der Täter zuerst auf einen Mann ein, der gerade erst aus Tokio nach Osaka gekommen ist. Danach rannte er nur wenige Meter weiter, um eine ältere Radfahrerin zu erstechen. Anschließend ging er noch einmal zurück zum schwerverletzten männlichen Opfer, um erneut auf es einzustechen.
Die Polizei konnte den Mann noch am gleichen Tag fassen. Der Grund für diese grausame Tat ist ebenso unbegreiflich und sollte hoffentlich weitere Diskussionen aufwerfen. In Japan gibt es leider immer noch die Todesstrafe. Insgesamt gibt es 18 Strafdelikte, für die in Japan die Todesstrafe verhängt werden kann. Darunter ist natürlich auch Mord. Allerdings wird bei einem einfachen Mord meistens von der Todesstrafe abgesehen. Bei zwei oder mehr Todesopfern wird in der Regel die Todesstrafe verhängt. Und genau aus diesem Grund hat der Täter es nicht bei einem Opfer gelassen.
Die Mehrheit der Japaner sind immer noch für die Todesstrafe. Und es wird sich wohl leider auch nichts so schnell daran ändern. Trotzdem hoffe ich, dass sich doch etwas tut. Denn wenn es die Todesstrafe nicht gäbe, hätte dieser Mann die Tat wohl nicht begangen. So wie ich das sehe, hatte er einfach nur nicht den Mut, sich selbst das Leben zu nehmen.
Der 36-jährige Täter wurde nur knapp zwei Wochen vorher aus dem Gefängnis entlassen, in dem er unter anderem für illegalen Besitz von Stimulanzen saß. Da er kein Zuhause und keine Aussicht auf eine Arbeit hatte, wollte er sich auf diese äußerst unfaire, egoistische Art das Leben nehmen.
Manche Politiker wie der Bürgermeister von Osaka, Herr Hashimoto Toru, sind nun gegen die Vollstreckung der Todesstrafe in diesem Fall. Ich bin generell gegen die Todesstrafe. Und in diesem Fall noch mehr!

Oh Gott! Das ist furchtbar. Aber wie sollte man Menschen gegen so ein krankes Hirn schützen? Trotzdem.
Ich bin auch gegen die Todesstrafe.
Schönen Gruß aus Berlin nach Osaka von mutz