Morgens um 6:20 Uhr
Steffel | 21. Juli 2010 | 5.813 mal gelesenManch einer denkt sich vielleicht, dass ich nach meinem letzten Beitrag nach Kobe gefahren bin, die Currywurst probiert habe und danach einen qualvollen Tod gestorben bin. Anders ist wohl diese lange Pause nicht zu erklären. Eine andere Erklärung wäre noch das Sommerloch. Aber dafür war es eigentlich noch zu früh.
Gründe gibt es so einige, aber leider ist keiner von denen so spektakulär, so dass ich darüber den Mantel des Schweigens lege.
Für viele mag Japan ein sehr reizendes Land zu sein, mit den so vielen aufregenden Sachen, die man hier erleben kann, die anderen Kultur und den anderen Menschen – sei es auch nur deren Aussehen. Gerade Leute, die nur als Reise Japan oberflächlich erleben konnten, haben diese Vorstellung von Japan.
Aber in Wirklichkeit – wie das auch schon so viele vor mir gesagt haben – ist der Alltag in Japan auch nicht viel anders als in Deutschland. Oder wie der Spruch, der oft an meiner Fachhochschule im sehr beschaulichen Furtwangen (im Schwarzwald) gesagt wurde: “Furtwangen ist das, was man daraus macht”. Dieser Satz trifft auf jeden Ort zu, an dem man sich befindet bzw. lebt - alles abhängig vom Geld, der Zeit und der Motivation.
So, nun genug geschwafelt! Der Grund für diesen Beitrag war etwas, das ich heute früh um 6:20 Uhr erlebt habe. Was könnte das wohl sein?
In letzter Zeit wache ich öfters mal mitten in der Nacht oder eben am frühen Morgen auf, um dann auf die Uhr zu schauen und dann möglichst lange zu schlafen, bis der Wecker mir das Startsignal zum Aufstehen gibt.
Diesmal war es ein wenig anders. Aufgewacht bin ich wieder aus irgendeinem Grund. Und nur wenig später hörte ich ein paar Geräusche, die sich so anhörten, als wäre jemand in unserer Küche unterwegs. Nur wenige Sekunden später wurde dieser Gedanke widerlegt und durch die sichere Gewissheit “Erdbeben” ersetzt. Plötzlich fing alles an zu wackeln. Da ich ein halbes Jahr in Tokio gewohnt habe und ich dort fast jede Woche ein Erdbeben erlebt habe, bin ich nicht sofort in Panik geraten. Aber nach mehr als vier Jahren ohne ein Erdbeben hatte ich dann doch ein komisches Gefühl. Ich lag in meinem Bett und wartete darauf, dass der Erdbeben entweder stärker oder aufhören würde. Zum Glück tat es nach ca. einer Minute das letztere. Meine bessere Hälfte dagegen verweilte weiterhin im Land der Träume.
Auch ich versuchte noch einmal ein wenig Schlaf nachzuholen. Schließlich hatte ich noch knapp 80 Minuten, bis mich der Wecker endgültig aus dem Schlaf reißen sollte.
Wort des Tages: 地震 (jishin = Erdbeben)





