Deutschtreff… oder auch nicht
Steffel | 17. Dezember 2008 | 2.524 mal gelesenNun ist fast ein ganzer Monat vergangen, ohne dass ich irgendeinen Beitrag geschrieben habe. Gründe gibt es so einige… oder: Faulheit ![]()
Am letzten Wochenende sollte nun aber endlich die dritte Auflage des Deutschtreffs in Osaka stattfinden, an dem ich als Mitorganisator natürlich teilnehmen wollte. Erst recht, weil es geplant war, auf den deutschen Weihnachtsmarkt hier in Osaka zu gehen. Dank Vitamin B hätte ich dort mit etwas Glück auch etwas Preisnachlass beim Glühwein bekommen, der hier pro Tasse bei 600 Yen, also knapp 4,80 Euro kostet, und damit 100 Yen teurer als im vorigen Jahr ist. Natürlich ist nicht nur der Glühwein sehr teuer, sondern alles, was man sich dort an Weihnachtsleckereien kaufen kann. Zum Beispiel 100 Gramm gebackene Nüsse mit kandiertem Zucker für ebenso teure 600 Yen. Ich habe mir diesen Luxus bei meinem 30-minütigen Aufenthalt Ende letzten Monats gegönnt (der Weihnachtsmarkt ist seit Mitte November geöffnet).
Naja… ich hätte am Deutschtreff teilnehmen können. Ich hätte somit auch den Weihnachtsmarkt besucht und verbilligten Glühwein trinken können. Doch just an diesem Wochenende musste mich eine schwere Erkältung erwischen. Schon am Donnerstagabend fühlte ich langsam, dass etwas auf mich zukommt. Am Freitagmorgen hatte ich dann mit 37.9 Grad auch noch Fieber. Also ging ich gegen Mittag zum Arzt und ließ mich untersuchen. Dort hatte ich dann sogar 38.7 Grad Fieber und zudem noch extrem Starke Halsschmerzen, jedes Mal, wenn ich schlucken musste.
Die Damen bei der Anmeldung legten mir erstmal einen Anmeldebogen hin. Ich war schließlich das erste Mal überhaupt bei einem Arzt in Japan, obwohl ich schon seit drei Jahren hier wohne. Natürlich war alles nur auf Japanisch, aber den größten Teil konnte ich dann doch ohne Hilfe ausfüllen, obwohl ich nicht den genauen Wortlaut verstand. Den Rest fragte mich dann die Krankenschwester (auf verständlichem Japanisch).
Als der Arzt kam, sprach er meinen Namen überraschenderweise richtig aus und fragte mich auch noch, ob ich denn nicht aus Deutschland käme. Als ich dies bejahte, freute er sich, aber erwähnte, dass er leider kein Deutsch könne. Auch nicht so wild, da sein Englisch dafür sehr gut ist. Während der Untersuchung (Urin, Lungen abhören, in den Mund schauen und Grippe-Check sprachen wir auf Englisch. Als er dann aber bei den Krankenschwestern waren und die ihm sagten, dass ich auch Japanisch einigermaßen gut kann, lachte er und sagte irgendwas mit 恥ずかしい (= schüchtern, sich schämen). Als er dann wieder bei mir war, sprach er plötzlich nur noch auf Japanisch. Na sowas! ![]()
Ich bekam dann gesagt, dass ich keine Grippe hätte und erhielt noch meine Medizin. Insgesamt musste ich 2610 Yen hinblättern und durfte wieder nach Hause radeln.
Daheim angekommen, legte ich mich ins Bett, in dem ich fast die ganze Zeit bis zum Montagmorgen blieb. Zwischenzeitlich musste ich dann doch noch zweimal kurz zur Arbeit gehen, was mich zwar schwächte, aber nicht umbrachte
Samstag war der Deutschtreff und bei mir klingelte das Telefon ständig, aber ich schlief bzw. das Telefon war zu weit weg
Naja, von den etwa acht Personen, die kommen wollten, erschienen dann nur drei. Diese gingen aber zum Weihnachtsmarkt und konnten Glühwein mit Rabatt genießen und hatten dabei auch noch viel Spaß. Schweinerei!
Ich dagegen lag im Bett mit Schüttelfrost, Halsschmerzen, Fieber und einem Brummschädel… Die Welt kann manchmal sehr ungerecht sein.
Am Montag war dann trotz noch nicht ganz ausgestandener Erkältung der graue Alltag angesagt. Bis heute früh hatte ich noch leichte Beschwerden beim Schlucken. Aber die sind seit nachmittags auch verschwunden. Zum Glück!
Am Wochenende gehe ich dann jedenfalls zum Weihnachtsmarkt. Auch wenn ich alleine gehen muss. Vielleicht bekomme ich dann mein verbilligtes Tässchen Glühwein
Wort des Tages: 風邪 (kaze = Erkältung)





