Mal wieder die Lehrbank drücken
Steffel | 7. September 2009 | 617 mal gelesenIn den letzten Monaten habe ich kaum noch Japanisch gelernt, sondern mich mit meinen jetzigen Kenntnissen durchs Leben gekämpft. Für alltägliche Gespräche und dergleichen reicht mein Japanisch auch aus. Ich werde zwar auch des Öfteren für mein “gutes” Japanisch gelobt, aber das nützt alles nichts, wenn man noch längst nicht in der Lage ist, Zeitung und andere längere Texte zu lesen oder ausführliche Gespräche über Themen wie z.B. Politik, Wirtschaft etc. zu führen. Außerdem habe ich bisher kein Beleg und auch keinen Vergleich dafür, wie fortgeschritten mein Japanisch nun ist. Deswegen hatte ich im letzten Jahr vor, mich auf die zweite Stufe des JLPT (Japanese Language Profiency Test) vorzubereiten und diesen im Dezember zu schreiben. Im Internet hatte ich dafür nach einer Sprachschule bzw. privaten Lehrern gesucht. Schulen und Privatlehrer gibt es in Japan natürlich genug. Nur sind die alle recht teuer. Irgendwann hatte ich eine Lehrerin gefunden, die nicht zu teuer war und auch recht gut erklären konnte. Zwei, drei Monate lernte ich bei ihr ca. einmal pro Woche. Aber da ich nur unregelmäßig Unterricht nehmen konnte hörte ich auf, von ihr zu lernen. Danach fiel ich in ein etwas längeres Motivationsloch, aus dem ich mich nun langsam wieder herauskämpfe. In der letzten Woche entschloss ich mich nun, wieder für die bereits aufgegebene Prüfung zu lernen und besuchte nun eine Schule, die einen Vorbereitungskurs anbietet. Ohne mich vorher anzumelden, besuchte ich die Schule und durfte sogar am Unterricht probeweise teilnehmen. Im Kurs gab es insgesamt nur vier Teilnehmer. Zwei Vietnamesinnen, die schon seit einiger Zeit an der Schule lernen und ein Amerikaner, der genau wie ich zur Probe am Unterricht teilnahm. Die Lehrerin legte auch gleich mit einigen Arbeitsblättern los, auf denen viele unbekannte Wörter und Kanji standen. Aber ich war zum Glück nicht der einzige, der damit ein paar Problemchen hatte. Während der zwei Stunden gewöhnte ich mich daran, wieder selbst die Schulbank zu drücken. Der Unterricht war insgesamt auch recht unterhaltsam und die Lehrerin auch sehr nett. Aber irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, dass ich mit zwei Stunden pro Woche und dem gelehrten Inhalt auf die Prüfung vorbereiten könne. Auch der Amerikaner dachte wie ich und so werden wir beide wohl nicht noch einmal am Unterricht teilnehmen. Trotzdem bin ich nun motivierter als zuvor. Ich habe mir auch zwei neue Bücher gekauft, die ich jetzt (momentan allein) durcharbeite. Nachher werde ich noch zu einer weiteren Sprachschule gehen, die einen sehr günstigen Kurs anbietet und bei dem ich knapp vier Zeitstunden pro Woche Japanisch lernen kann. Allerdings ist das kein Vorbereitungskurs auf den Test im Dezember. Darauf werde ich mich nun wohl doch alleine vorbereiten müssen. Na ja… im Grunde genommen habe ich mir meine bisherigen Japanischkenntnisse auch nur selbst beigebracht. Also wird das schon irgendwie gehen. Ich glaube nicht, dass ich die zum Bestehen benötigten 60 Prozent erreichen werde, aber ich bin sehr gespannt, wie knapp ich an dieser Hürde scheitern werde ![]()
Wort des Tages: 日本語能力試験 (nihongonōryokushiken = so heißt der Test auf Japanisch
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