Allerlei Neues
Steffel | 24. Februar 2010 | 1.888 mal gelesenEs wird mal wieder Zeit, etwas von mir hören bzw. sehen zu lassen. Nicht nur, weil schon wieder einige Wochen ins Land gestrichen sind, sondern auch, weil viel passiert ist!
Seit letzter Woche arbeite ich bei der ehemals größten Sprachschule Japans, bei NOVA. Ich habe mich auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeit einfach mal bei dieser Sprachschule beworben und erhielt schon am nächsten Tag eine Antwort. Nachdem einige Mails ausgetauscht wurden, bat man mich zu einem Bewerbungsgespräch in die Zentrale hier in Osaka.
Dort begrüßte mich ein netter Australier in sehr gutem Deutsch. Das ganze Bewerbungsgespräch über wurde dann auf Deutsch geredet. Zuerst fragte er mich nach meinen Computerkenntnissen. Anscheinend soll es dort bei den verwendeten Materialien ein paar Neuerungen geben, bei denen ich unter Umständen mitwirken könnte.
Das Gespräch dauert über eine Stunde und am Ende versicherte man mir, dass ich die freie Stelle erhalten werde! Ich habe mich zufällig genau im richtigen Moment dort beworben und hatte das Glück, einen guten Eindruck gemacht zu haben.
In der letzten Woche und am Montag hatte ich insgesamt drei Trainingstage. Sieben bzw. acht Stunden wurde mir die Software (ich unterrichte mit einer speziellen Software via Webcam) und auch die Vorgehensweise während der Unterrichtsstunden erklärt. Die Software ist nicht gerade sehr benutzerfreundlich. Zudem gibt es eine kurze Verzögerung. Auch der Texteditor scheint noch aus Windows 3.1 – Zeiten zu stammen.
Anfangs war es sehr schwer, diese Software zu benutzen und sich die vielen Buttons und Funktionen zu merken. Aber heute, an meinem ersten Tag konnte ich meine allerersten Stunden ohne Aufsicht gut meistern. Im Training musste ich noch am ersten Tag zwei Angestellte unterrichten, die kein Deutsch sprachen. Mit einer Angestellten klappte das auch ganz gut. Sie war motiviert und gut gelaunt. Bei der anderen dagegen merkte man, dass sie nur widerwillig die Schülerin spielte. Somit war es für mich sehr schwierig.
Am zweiten Tag durfte ich sogar schon meinen ersten richtigen Unterricht geben. Mein Vorgesetzter, der Australier, lauschte mit und gab mir nach der Stunde ein größtenteils positives Feedback. Das half aber trotzdem nicht, meine große Nervosität zu beseitigen.
Über das Wochenende konnte ich fast an nichts anderes als an die Arbeit denken. Was kann noch schlimmer sein als einen richtigen Unterricht zu geben? Die Antwort bekam ich dann am Montag, meinem dritten Trainingstag. Richtig! Ich durfte drei Unterrichseinheiten mit Schülern aus verschiedensten Stufen unterrichten. Ich war tierisch aufgeregt. Aber am Ende des Tages war ich sehr glücklich. Nicht nur, dass ich es überstanden habe, sondern das ich alle Stunden gut gemacht habe. So lautete jedenfalls der Kommentar meines Vorgesetzten.
Heute nun der erste richtige Arbeitstag. Morgens um 8:20 Uhr musste ich im Büro sein. Ich hatte zwar noch keinen Unterricht, aber am Anfang braucht man noch ein wenig länger, um sich auf den Unterricht vorzubereiten. Auch heute war ich sehr aufgeregt, aber ich habe mir auch heute keinen großen Fehler erlaubt. Hoffentlich bleibt das auch so für den Großteil meiner noch jungen “Karriere” bei Nova^^
Für meinen neuen Arbeitgeber brauchte ich auch ein neues Konto. Bisher hatte ich nur ein Konto bei der Post. Man sagte mir, dass ich ein Konto bei einer Bank benötige. Also fuhr ich gestern zu einer solchen. In Japan benötigt man für viele amtliche Angelegenheiten einen Stempel. Bisher hatte ich noch keinen benötigt. Aber genau jetzt, bei einer Kontoeröffnung, kam ich nicht drum herum. Also bin ich schnell zum Stempelmacher gefahren, der gleich bei mir in der Nähe ist. Heute konnte ich meinen eigenen Stempel abholen. Ich fuhr wieder zur Bank und hatte nach knapp einer Stunde mein japanisches Konto
Gestern passierte abends aber noch etwas Interessantes. Ich war auf dem Weg zu einer Abschiedsfeier eines deutschen Bekannten. Wie schon so oft, wurde ich von einem Polizisten angehalten. Der Grund dafür war angeblich, dass ich mein Licht nicht eingeschaltet hatte, aber ich glaube eher, dass es daran liegt, dass ich Ausländer bin. Andere Leute wurde nämlich durchgelassen.
Kaum hatte ich zwei Worte auf Japanisch gesagt, lobte er mich schon. Er stellte mir viele private Fragen und fragte mich auch noch wohin ich fahre und wo denn die Party stattfindet. Natürlich musste ich auch meinen Ausländerausweis vorzeigen. Meine Fahrradnummer überprüfte er auch noch über Funk.
Damit nicht genug. Er überreichte mir einen gelben Zettel. Er erklärte mir kurz dessen Bedeutung. Strafe musste ich keine Bezahlen. Also fragte ich, ob ich denn beim nächsten Mal etwas zahlen müsse (schließlich hatte er alle meine Informationen notiert). Aber er sagte, dass ich nichts zu befürchten habe. Ich solle einfach nur das Licht einschalten. Insgesamt dauerte das Verhör ungefähr 15 Minuten.
Als ich dann endlich bei meinen Bekannten angekommen war, staunten sie nicht schlecht über den Strafzettel. Keiner von ihnen hatte bisher einen solchen erhalten, obwohl fast alle gebürtige Japaner sind. Manche waren davon sogar so erstaunt, dass sie sich gleich ein Foto davon machten





