Ein ganz normaler Samstag
Steffel | 1. März 2009 | 497 mal gelesenEndlich war es mal wieder so weit: Die fünfte Auflage des Deutschtreffs in Osaka fand gestern Abend statt. Diesmal gab es leider einige Absagen. Unter anderem musste auch Yuko, da sie sich eine Mandelentzündung zugezogen hat.
Bevor ich mich aber ins Vergnügungen stürzen konnte, musste ich von morgens bis abends mit ein paar kleineren Unterbrechungen meiner Arbeit nachgehen. Gegen 18:20 Uhr holte ich dann einen deutschen Touristen vom Umeda-Bahnhof ab. Wie durch Zufall fanden wir uns gleich auf Anhieb. Das ist gar nicht mal so einfach, da es am Wochenende (und nicht nur dann) tausende von jungen Menschen gibt, die sich im Bahnhofsgelände herumtreiben. Dagegen ist der Hauptbahnhof in Berlin eher menschenleer.
Gemeinsam gingen wir beide zum vereinbarten Treffpunkt, wo auch schon Jan, der andere ehegeplagte Deutsche schon mit einer Sake-Flasche in der Hand auf uns wartete. Wenig später trudelten auch die anderen drei Japaner ein. Zu sechst machten wir uns nun auf dem Weg zum Kushikatsu-Restaurant, für das ich einen Coupon hatte, mit dem wir für 3000 Yen, also etwas mehr als 20 Euro innerhalb von 90 Minuten so viel essen und trinken (auch Alkohol!) konnten wie wir wollten. Von beidem machten wir ausgiebigen Gebrauch ![]()
Mit vollen Mägen und angeheiterter Stimmung gingen fünf von uns weiter zu einem Irish Pub, um dort noch ein paar weitere Biere zu zischen. Wie an jedem Samstag ist dieser Pub gefüllt mit Japanern und vor allem vielen Englisch sprechenden Ausländern, bei denen man sich fragt, was die hier in Japan machen. Alte oder auch junge hässliche und recht ungepflegte Männer, die nicht wirklich sehr intelligent aussehen. Natürlich sind nicht alle Gäste von diesem Schlag, aber doch ein Großteil.
Ich war sehr überrascht, als ich dann einen Kollegen von mir im Pub antraf, der dort alleine an der Bar saß und mit seinem Handy herumspielte. Wir redeten ein wenig und hörten der Live-Band zu. Wenig später entdeckte ich noch eine andere Kollegin von einer anderen Schule von mir. Ich habe nicht gewusst, dass die auch ab und zu in diesen Pub gehen. Ich sollte wohl öfters mal vorbeischauen ![]()
Neben ein paar Bieren genehmigten wir uns eine Jägerbomb (Bier mit einem kleinen Glas Jägermeister, das so in das große Bierglas geworfen wird. Dazu sangen wir mit der Live-Band, die Lieder von Red Hot Chili Peppers, The Offspring und anderen namenhaften Bands spielte.
Nach und nach verschwanden die Mitglieder unseres Deutschtreffs, bis nur noch Jan und ich im Pub waren. Zwar hatte ich auch schon reichlich Alkohol intus, aber im Vergleich zu Jan wohl deutlich weniger. Er schlief teilweise im Stehen. Dann wachte er plötzlich auf und ging kurz an die frische Luft. Ich machte es mir an der Bar mit einem Bier gemütlich und lauschte der Youtube-Musik, die nun anstelle der Live-Band gespielt wurde.
Gegen 2 Uhr morgens gingen wir nach draußen. Im Fahrstuhl trafen wir auf drei Japaner, die gerade auf dem Weg nach Namba (südliches Zentrum von Osaka) waren. Um dort hinzukommen, müssen sie mit einem Taxi fahren, da es in Japan ab spätestens 1 Uhr keine keine Züge oder Busse mehr fahren… Ich nutzte die Chance und ließ meinen betrunkenen Saufbruder mit den drei fremden Männern nach Namba ziehen. Bevor ich nach Hause fuhr, setzte ich mich noch in meinen Lieblingspark und schaute ein paar Jugendlichen zu, die noch zu dieser späten Stunde Fußball spielten.
Endlich zu Hause, legte ich mich auf den Heizteppich und schlief ein paar Stündchen. Heute am Sonntag habe ich bisher noch nicht viel angestellt, aber demnächst werde ich mich auf zum Futsal machen. Nach über einem Monat endlich mal wieder gegen den Ball treten! Darauf freue ich mich jetzt schon
Ach ja… von einer japanischen Bekannten bekam ich gestern endlich meinen heiß geliebten Otō-san (お父さん). Dabei handelt es sich um einen Anhänger für’s Handy von dem japanischen Handyanbieter SOFTBANK. Diesen Anhänger bekommt man nur, wenn man sich ein neues Handy holt, aber Dank Vitamin B habe ich ihn nun bekommen, ohne mir ein neues Handy erwerben. Otō-san kann auch sprechen ![]()
Ich werde ihn euch ggf. bei meinem nächsten Deutschland-Besuch zeigen. Dieser ist übrigens gar nicht so weit entfernt. Am 12. März komme ich für zehn Tage nach Berlin!
Wort des Tages: 携帯 (keitai = Handy)





