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Schweinegrippe (etwas verspätet)

Steffel | 3. Juni 2009 | 280 mal gelesen

In letzter Zeit habe ich mich meine Blogs ein wenig vernachlässigt. Es gäbe zwar allerhand zu erzählen, aber irgendwie… egal. Nun möchte ich kurz über die Schweinegrippe schreiben:
Als die Schweinegrippe in Mexiko ausbrach, hatte ich auch so meine Bedenken. Könnte es so ähnlich werden wie die Spanische Grippe, die kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Europa viele Millionen Menschen das Leben kostete? Natürlich sind die Bedingungen heute ganz andere als die von damals.
Die Grippe verbreitete sich recht schnell und gelangte innerhalb weniger Tage nach Amerika. So langsam wurde auch in Europa und eben hier in Japan auch überlegt, wie man sich vor der Grippe schützen kann. An den internationalen Flughäfen wurden die Fluggäste aus Amerika besonders stark unter die Lupe genommen. Mittels Wärmebildkameras und Fragebögen, auf denen man versichern sollte, dass man nicht an irgendwelchen grippeähnlichen Symptomen leidet, sollten erkrankte Personen herausgefischt werden.
Es dauerte aber nicht sehr lange, bis die Schweinegrippe auch hier in Japan zuschlug. Und sie schlug nicht irgendwo zu, sondern gleich hier bei mir in der Nähe. Bei einem Volleyballspiel zwischen Oberschulmannschaften aus Kobe und Osaka wurden gleich mehrere Schüler angesteckt. Zuvor kamen ein paar Oberschüler von einer Reise aus den USA zurück. Genau diese schleusten das Virus nach Japan ein.
Nun brach hier allmählich Panik aus. Jeder kaufte sich Mundmasken, um sich so vor den Grippeviren zu schützen. Nach nur kurzer Zeit waren sämtliche Masken ausverkauft. Ein paar schlaue Köpfe nutzten die Chance und verkauften Masken etwas überteuert auf der Straße oder per Online-Auktion. Ob sie damit Erfolg hatten, weiß ich allerdings nicht.

Als ich am Montag vor zwei Wochen am Osaka-Bahnhof ankam, fühlte ich mich plötzlich sehr komisch. Ungefähr 90% der Leute trugen wirklich eine Maske. Ohnehin schon durch mein nicht-japanisches Aussehen auffallend, fühlte ich mich jetzt noch auffallender als zuvor. Naja, da kann man nix machen. ;)
Auch in den nächsten Tagen gehörte ich zu den wenigen, die keine Maske bei sich hatten. Als ich wieder mal im Zug saß und mir eine ältere Frau, die plötzlich einmal kurz nieste, setzte sich der junge Mann, der neben ihr saß, gleich einen halben Meter weiter weg von ihr.

Hier in Kansai wurden dann mehrere tausend Schulen und auch Universitäten für eine Woche geschlossen, um so die Grippewelle einzudämmen. Dies half aber nicht wirklich. Denn die Schüler und Studenten trafen sich trotzdem, um gemeinsam bei McDonald’s etwas zu futtern oder in einer Karaokebar lauthals zu singen. So kleine Zimmerchen, in denen es kein Fenster gibt, sind doch genau das Richtige für die Viren, um sich zu verbreiten.
Für die Lehrer war die unterrichtsfreie aber keine arbeitsfreie Zeit. Sie mussten zu jedem Schüler fahren und die Hausaufgaben für die versäumte Woche zu bringen. Außerdem gingen sie auch noch durch die Stadt, um nach ihren Schützlingen Ausschau zu halten und sie gegebenenfalls wieder nach Hause zu schicken. Nach einer Woche war diese Aktion trotz anhaltender Infektionen beendet und der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Auch allgemein wurde es wieder nach und nach ruhiger. Immer weniger Leute trugen eine Maske. Mittlerweile ist es wieder fast wie vorher. Einige Leute tragen noch ihre Maske, aber wohl hauptsächlich, um sich vor den Pollen zu schützen. Wie in Deutschland leiden sehr viele hier unter Heuschnupfen. Dagegen helfen die Masken sogar recht gut, was ich aber bei den Grippeviren bezweifle.

Wort des Tages: 豚インフルエンザ (buta infuruenza = Schweinegrippe)

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  • Datum: 3. Juni 2009
  • Kategorie: Aus dem Leben
  • Tags: Grippe, Infektion, Influenza, Maske, Panik, Schweinegrippe
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  • Autor: Steffel
  • Wörter: 547 Wörter

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