Cerezo Osaka
Steffel | 3. März 2011 | 718 mal gelesenHeute nach der Arbeit bin ich zum ersten Mal zu einem Fußballspiel in Japan gegangen. Trotz einiger Verspätung kam ich in den Genuss asiatischen Fußballs und sogar einer großen Überraschung. Dortmunds Neuentdeckung Shinji Kagawa kam in der Halbzeitpause unter tobenden Applaus und an Krücken ins Stadion und hielt eine kleine Rede. Wer hätte das gedacht, dass ich einen Bundesligaspieler hier in Osaka direkt vor meinen Augen zu sehen bekomme.
Nun aber zum Spiel: Wir kamen ungefähr 20 Minuten zu spät ins Stadion. Damit waren wir aber nicht die letzten. Allerdings waren im Vergleich zu Deutschland nur recht wenige Fans vor und dann auch später im Stadion (10.865 zahlende Zuschauer), obwohl es sich um ein Spiel der asiatischen Championsleague handelte.
Auch bei der Eingangskontrolle ging es ein wenig anders zu als in Deutschland. Ich musste nur meinen Rucksack kurz aufmachen, der nette Herr schaute flüchtig rein und winkte mich durch. Feuerwerkskörper, Getränke oder sogar Waffen könnte man ohne Probleme ins Stadion schmuggeln.
Aber anscheinend gibt es solche “Fußballfans” wie es sie in Deutschland leider doch noch recht häufig zu finden sind nicht oder nur sehr wenige. Die Atmosphäre im Stadion war auch sehr angenehm. Bis auf die Fankurve war es eigentlich sehr ruhig im Stadion. Aber auch die harten Fans waren gelegentlich sehr ruhig, feuerten ihr Team aber frenetisch an, als die Fußballer von Cerezo die Hilfe der Fans benötigten. Denn kurz nach Wiederanpfiff gab es einen Elfmeter für die unterlegenden Indonesier, die diese einmalige Chance eiskalt ausnutzten. Zum Glück für Cerezo war der Angreifer Pimpao, der auch schon das erste Tor geschossen hatte, zur Stelle und kickte in der 76. Minute zum verdienten 2:1 ins Tor.
Die Indonesier waren keinesfalls ungefährlich. Unnötige Abwehrfehler brachten sie ein paar Mal gefährlich vors Tor. Aber dank der Abschlussschwäche (wie bei Eintracht Frankfurt derzeitig…) konnten die Gastgeber die Führung bis zum Abpfiff retten.
Insgesamt muss ich sagen, dass sich der Ausflug ins Stadion sehr gelohnt hat, obwohl es nicht gerade das beste Wetter war und ich bis abends arbeiten musste. In Zukunft werde ich öfters zu Spielen von Cerezo Osaka gehen. Irgendwie bin ich jetzt ein kleiner Fan geworden. Leider sind die Vereinsfarben nicht wirklich mein Fall. Diese sind nämlich Rosa und Blau – eine eher ungewöhnliche Kombination. Allerdings gibt es dafür auch einen Grund. “Cerezo” ist ein spanisches Wort und bedeutet übersetzt “Kirschbaum”. Und Kirschbäume sind ja für Japaner etwas ganz Besonderes. (Bald ist auch wieder die Kirschblütenzeit!). Blau steht für die Farbe der Flüsse, die durch Osaka fließen.
Auf den Fotos unten sieht man, dass das Stadion, in welches knapp 50.000 Zuschauer reinpassen, ziemlich leer ist. Es handelte sich bei diesem Spiel zwar um die asiatische Championsleague, aber anscheinend war das Interesse an diesem Spiel nicht besonders groß, da der Gegner wohl nicht besonders attraktiv war. Ganz anders sieht es am Samstag aus, wenn der Lokalrivale und Erzfeind Gamba Osaka (bei manchen Fans von Cerezo Osaka auch “Gamba Suita” genannt) kommt.
Ich wäre ja gerne hingegangen, aber zwei Gründe sprachen dagegen: Ich muss leider arbeiten und die Karten sind seit einiger Zeit ausverkauft… Schade.
Wort des Tages: サッカー選手 (sakkā senshu = Fußballspieler)








