Auswärts essen
Steffel | 6. Februar 2010 | 3.547 mal gelesen1. Restaurant:
In den letzten Tagen war ich öfters mit Frau und Kind – naja, eigentlich zwei weiteren deutschen Bekannten – auswärts essen. Letztes Wochenende ging es nach sehr langer Zeit mal wieder zu einem Yakiniku-Geschäft. Bei Yakiniku handelt es sich um gegrilltes Fleisch, das man zunächst roh auf einem Teller serviert bekommt und anschließend selbst auf einen kleinen Grill legt.
Das Geschäft, das wir aufgesucht haben, ist nur zwei, drei Minuten von unserer Wohnung entfernt und dazu noch recht günstig. Für 3.000 Yen kann man 90 Minuten lang so viel essen und trinken wie man will. Davon machten wir natürlich reichlich Gebrauch.
Neben gebratenem Fleisch gibt es auch eine andere sehr leckere Spezialität: Yukke (ユッケ), eine eigentlich aus Korea stammende Speise. Wie ihr sicherlich wisst, isst man in Japan sehr häufig rohen Fisch (z.B. Sushi, Sashimi). Neben rohem Fisch gibt es aber auch einige Speisen zu denen man rohe Eier isst. Yukke gehört dazu. Allerdings besteht Yukke auch aus rohem Rindfleisch. Beides mixt man noch mit ein paar Gewürzen und schon kann man es genießen. Vielleicht hört sich das etwas unappetitlich an, aber Yukke ist wirklich sehr lecker!
2. Restaurant:
Gestern waren wir dann im wohl besten deutschen Restaurant Osakas: das Restaurant Hamburg. Den Besitzer des Restaurants kennen wir mittlerweile schon seit mehreren Jahren und er unterhält sich immer sehr viel mit uns. Das Essen schmeckt wirklich sehr gut und es gibt auch echtes Weizen- und Rauchbier. Sogar Goethes Lieblingsbier “Köstritzer” kann man dort trinken. Es gibt sogar noch selbstgemachten Stollen, obwohl Weihnachten schon seit anderthalb Monaten vorbei ist.
Stollen aßen wir aber nicht. Dafür leckeres Wiener Schnitzel, Bauernomelette und Gulasch mit Spätzle. Während wir nun genüsslich die etwas teuren Speisen zu uns nahmen, kam dann eine unerwartete Überraschung. Plötzlich öffnet sich die Tür und ein uniformierter Japaner trat herein. Die Uniform kam uns gleich bekannt vor. Es war eine deutsche Uniform aus dem zweiten Weltkrieg. Soweit ich es jetzt im Internet nachschauen konnte, war es eine Uniform eines SS-Hauptsturmführers. In Deutschland wäre der Mann wohl nicht sehr lange in der Uniform unterwegs gewesen. Hier in Japan kennen wohl die wenigsten diese Uniform und es ist wohl auch nicht verboten. Vor ein paar Jahren habe ich in einem großen Billigwarengeschäft eine kleine Nazi-Fahne gefunden.
Als wir das Restaurant verlassen wollten, nahmen wir allen Mut zusammen und fragten den Mann nach einem Foto. Er war ganz glücklich über die Anfrage und erzählte uns noch von seiner großen Sammlung daheim. Das Foto könnt ihr auf meinem anderen Blog sehen.
3. Restaurant:
Heute waren wir nun beim Sushi-Restaurant, bei dem das Essen auf dem Fließband zu den Gästen gebracht wird (回転寿司 = kaiten zushi) . Obwohl ich mittlerweile seit ein paar Jahren in Japan lebe, war ich bisher noch nie in einem Sushi-Laden. Das hatte auch einen Grund: Ich esse keinen Fisch. Heute wollte ich zumindest einmal so ein Geschäft aufsuchen. Neben Fisch gibt es dort auch Kuchen, Parfait und auch Gratin. Somit konnte ich auch zu meinem Genuss kommen. Naja, besonders lecker war das Gratin nicht. Aber der Kuchen schmeckte ganz passabel.
Nun kann ich wenigsten behaupten, dass ich mal in einem echten Sushi-Geschäft war. Als nächstes steht dann wohl Nattō (納豆, gegohrene Sojabohnen) an. Davor drücke ich mich auch schon seitdem ich davon zum ersten Mal gehört habe ^^
Wort des Tages: 外食する (gaishoku suru = auswärts essen)





