{"id":47,"date":"2008-06-30T05:14:38","date_gmt":"2008-06-30T03:14:38","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/?page_id=47"},"modified":"2008-07-04T02:13:35","modified_gmt":"2008-07-04T00:13:35","slug":"deutschlandreise-2008","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/deutschlandreise-2008\/","title":{"rendered":"Deutschlandreise 2008"},"content":{"rendered":"<p>Vom 15. bis zum 24. Mai 2008 sind Yuko und ich nach Deutschland geflogen. Neben meiner Heimatstadt Berlin sind wir auf unserer Hochzeitsreise auch nach Halle, Dresden, Prag und M\u00fcnchen gefahren. Auf den folgenden Seiten k\u00f6nnt Ihr nun ein kleines Tagebuch unserer Reise lesen und somit gemeinsam mit uns diese sch\u00f6ne Zeit zeitverz\u00f6gert erleben.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df w\u00fcnschen euch<br \/>\nYuko &amp; Steffen<\/p>\n<p><strong>Auswahl:<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" width=\"90%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p15');\">15. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p16');\">16. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p17');\">17. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p18');\">18. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p19');\">19. Mai 2008<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p20');\">20. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p21');\">21. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p22');\">22. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p23');\">23. Mai 2008<\/a><\/td>\n<td><a onclick=\"javascript:anzeigen('p24');\">24. Mai 2008<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div id=\"p15\" style=\"display:none;\"><strong>Donnerstag, 15. Mai 2008<\/strong><br \/>\nWir, meine Frau und ich, waren vom 15. Mai bis zum 24. Mai in Deutschland, um dort unter anderem unsere Flitterwochen zu verbringen, eine zweite Hochzeitsfeier zu veranstalten und einfach um meine Frau meinen Verwandten und Freunden vorzustellen.<br \/>\nWir flogen mit der zu diesem Zeitpunkt billigsten Fluggesellschaft KLM \u00fcber Amsterdam nach Berlin. Dieser Flug sollte insgesamt l\u00e4nger als 15 Stunden andauern. Trotz dieser L\u00e4nge ging die Zeit im Flugzeug recht schnell vor\u00fcber. Grund daf\u00fcr war die enorme Filmauswahl bei KLM. Ich habe mir f\u00fcnf Filme auf Deutsch angeschaut und schon waren wir in Amsterdam. Dort wurden 50% von uns sehr freundlich mit einem &#8222;Konchiwo&#8220; begr\u00fc\u00dft. Obwohl meine Frau Japanerin ist, konnte nur ich den netten Holl\u00e4nder verstehen. Als er schlie\u00dflich nach seinem vierten oder f\u00fcnften erfolglosen Versuch aufgegeben hatte, erkl\u00e4rte ich ihr, was der Kontrolleur mit seinem Gestummel eigentlich meinte.<br \/>\nIch wurde leider nicht so freundlich in Europa begr\u00fc\u00dft. Mir wurden nur kalte Blicke zugeworfen und schlie\u00dflich wurde ich noch (leider von einem Mann von oben bis unten abgetastet.<br \/>\nAls wir schlie\u00dflich die Kontrolle passiert hatten, suchten wir einen Aufenthaltsort, um auf den Anschlussflug zu warten. W\u00e4hrend wir auf bequemen Liegest\u00fchlen sa\u00dfen, beobachteten wir einen kleinen Spatz, der sich in den Aufenthaltsraum verirrt hatte. Ob der kleine Fratz es irgendwann wieder in die Freiheit geschafft hat, wird uns leider immer ein R\u00e4tsel bleiben&#8230;<\/p>\n<p>In Berlin angekommen, wurden wir sehr st\u00fcrmisch von meiner Schwester und Mutter empfangen. W\u00e4hrend wir auf unsere Koffer warteten, sah ich schon meine h\u00fcpfende Schwester mit einem Transparent, auf dem ein Foto von uns zu sehen war.<br \/>\n\u00dcbrigens war es das erste Mal, dass sich meine Frau und meine Schwester pers\u00f6nlich trafen. Trotzdem verstanden sich beide auf Anhieb sehr gut. \ud83d\ude42<br \/>\nNach vielen Umarmungen fuhren wir zu meiner Mutter nach Hause und a\u00dfen erstmal ein leckeres Abendbrot. Obwohl wir totm\u00fcde waren, wollte meine Frau unbedingt noch etwas von Berlin sehen. Sie konnte mich \u00fcberreden. Und so machten wir uns zu viert mit dem Auto auf den Weg zur Ged\u00e4chtniskirche, Europacenter, Hackeschen Markt, Oranienburger Stra\u00dfe etc. Unterwegs kam ich noch in den Genuss eines arabischen Kaffees, der mir aber nicht half, wieder munter zu werden.<br \/>\nGegen 1 Uhr morgens kamen wir schlie\u00dflich wieder zu Hause an. Dann ging es schnell unter die Dusche und ab ins Bett. So schnell bin ich schon lange nicht mehr eingeschlafen&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p16\" style=\"display:none;\"><strong>Freitag, 16. Mai 2008<\/strong><br \/>\nObwohl wir am Vortag erst sehr sp\u00e4t ins Bett gegangen sind, sind wir am n\u00e4chsten Morgen auch sehr fr\u00fch aufgestanden. Schlie\u00dflich gab es noch einige Dinge vor der Party, die zwei Tage sp\u00e4ter stattfinden sollte, zu erledigen.<br \/>\nNach ausgiebigem Fr\u00fchst\u00fccken, sind wir zur Sparkasse gegangen, um dort mein Bankkonto aufzuloesen. Wozu brauche ich ein Konto, das nur in Deutschland gueltig ist und fuer das ich unnoetig Gebuehren zahlen muss. Waehrend des Gespraechs mit dem ziemlich lustigen Typen von der Sparkasse, sagte er mir, dass mein Konto ja kostenlos sei und es somit keinen Grund gaebe, das Konto aufzuloesen. Daraufhin fragte ich, warum es denn kostenlos sei. Er erwiderte mir, dass ich ja noch Student sei und es fuer Studenten kostenlos ist. Ich zwinkerte zu Yuko und befahl dem Kerl, dass er mein Konto doch schnellstens aufloesen soll \ud83d\ude09 In Wirklichkeit bin ich ja schon seit knapp einem Jahr kein Student mehr und muesste die Gebuehren nachzahlen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nachdem wir diesen zeitraubenden Akt beendet hatten, sind wir zu C&amp;A gegangen, um fuer mich einen Anzug zu kaufen. Wir kamen zum Glueck schnell zu einem Ergebnis. Yuko brachte einen recht huebschen Anzug, der mit 99 Euro (plus Krawatte und Weste) sehr guenstig war. Da es bei C&amp;A auch andere ziemlich huebsche Sachen gab, haben wir noch eine Shorts und zwei T-Shirts fuer mich gekauft \ud83d\ude42<br \/>\nAnschliessend sind wir als Belohnung fuer die harte Arbeit zu einem Strassencafe gegangen und haben einen Cafe Latte getrunken.<br \/>\nNun war es hoechste Zeit, Kaori-chan abzuholen. Diese kam mit dem ICE aus Goettingen nach Berlin. Also machten wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof. Dort angekommen fanden wir nicht nur Kaori-chan vor, sondern auch noch Totoro und Masami. Spontan entschieden wir uns zu Totoros Wohnung zu fahren, um dort noch bei Kaffee und sehr leckerem Kuchen (Streusselkuchen, zwei verschiedene Obsttorten und Bienenstich) unser zweites Treffen in dieser Woche (erst in Osaka, nun in Berlin) zu feiern.<br \/>\nBei diesem Treffen konnte ich auch endlich mal Totoros Vater kennen lernen.<\/p>\n<p>Nachdem wir Totoros Kuchen- und Kaffeevorr\u00e4te aufgefuttert hatten, machten wir uns auf den Weg zu meiner Schwester. Die erwartete uns schon sehns\u00fcchtig. Dort tranken wir einen Tee und machten noch ein wenig Unsinn. Da die Zeit knapp war, gingen wir schon nach recht kurzer Zeit nach Hause zurueck. Schlie\u00dflich musste ich noch ein paar Vorbereitungen treffen&#8230; (Stichwort: Tischtennis)<\/p>\n<p>Abends sind Kaori, Yuko und ich ins Stadtzentrum gefahren. Waehrend Yuko und Kaori einkaufen gingen, bin ich meiner alten Leidenschaft nachgekommen: Tischtennis!<br \/>\nIch rannte schnell zur alten Sporthalle, zog mich um und musste mit Erschrecken feststellen, dass ich meinen Tischtennisschlaeger bei meiner Mutter vergessen hatte. Zum Glueck gibt es ja noch meinen alten Kumpel Micha, der immer mehrere Schlaeger zum Training mitnimmt.<br \/>\nMein Vater war schon vor meiner Ankunft in der Sporthalle. Wir redeten kurz miteinander. Danach konnte ich endlich wieder RICHTIG Tischtennis spielen. Anfangs war es noch nicht gerade hochklassig. Aber als ich mich mit Micha einspielte,, kam ich halbwegs zu alter Staerke zurueck.<\/p>\n<p>Bevor ich zum Training ging, habe ich mit Yuko vereinbart, dass wir uns so gegen 22 Uhr wieder treffen wollten. Als ich auf die Uhr schaute, war es schon 22:45 Uhr. Ich wusste schon, was auf mich zukommt. Aber der Gentleman schweigt in dieser Situation. \ud83d\ude09<br \/>\nYuko und Kaori waren vor irgendeinem Restaurant. Nach eifrigem Suchen fanden mein Vater und ich die beiden. Wir entschlossen uns ein Bierchen zu trinken. Das taten wir dann auch. Da es schon kurz vor Mitternacht war, musste Kaori und mein Vater die Heimreise antreten. Yuko und ich dagegen gingen zu meiner Lieblingskneipe namens Anna Koschke. Dort warteten schon ein paar meiner Freunde. Zwei von ihnen hatten schon eine Wette laufen, ob wir noch erscheinen oder nicht. Tja, Micha hatte die Wette verloren und musste dem anderen ein Bier spendieren.<\/p>\n<p>Martin, ein alter Schulfreund, der eigentlich in Peking wohnt und arbeitet, war auch gekommen. Fuer ihn war es der letzte Tag in Berlin. Er begruesste speziell Yuko wie ein Gentleman. Da er auch recht gut Chinesisch und Kanjis lesen kann, hatten er und Yuko gleich mal ein gutes Gespraechsthema.<br \/>\nWir verteilten unsere Souvenirs. Michael hatte sich Snacks aus getrocknetem Natto gewuenscht. Seinem Wunsch gingen wir auch nach. Bis auf ihn verzogen alle ihre Gesichter als sie davon probierten. Fuer mich war es eine Wonne, diese Gesichter zu sehen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Leider geht auch der schoenste Abend irgendwann zu Ende. Da es schon gegen 2 Uhr war, mussten wir nach Hause zurueckkehren. In Berlin fahren nachts zum Glueck noch S-Bahnen. Als wir zu Hause ankamen, war es schon 3 Uhr. Meine Mutter war noch wach und schickte uns ins Bett \ud83d\ude09<br \/>\nEin ereignisreicher Tag ging damit zu Ende.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p17\" style=\"display:none;\"><strong>Samstag, 17. Mai 2008<\/strong><br \/>\nWieder sind wir frueh aufgestanden, um den Tag auszunutzen. Nach leckerem Fruehstueck made by Mutti fuhren wir zu dritt zu einem tuerkischen Markt. Dort gibt es Obst und Gemuese zu billigsten Preisen. Wir kauften fuer unterwegs eine Tuete Mandarinen und vier Apfel (Granny Smith, meine Lieblingsaepfel!). Anschlie\u00dfend gingen Yuko und ich ins Stadtzentrum, um uns mit Kaori-chan zu treffen.<br \/>\nWir machten eine grosse Stadtbesichtigung und gingen unter anderem zum Gendarmenmarkt, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Hackesche H\u00f6fe, Alexanderplatz, Museumsinsel und zum Kunstmarkt.<br \/>\nAuf dem Weg zum Brandenburger Tor quatschte uns ein Mann mit franzoesischem Akzent an. Zuvor hatte er uns schon ein wenig laenger ins Visier genommen. Ich hatte vergeblich versucht, ihn zu ignorieren \ud83d\ude09 Er fragte uns, ob wir eine halbe Stunde mit einem nagelneuen Peugeot fahren wollen. Kaori und Yuko bejahten dies begeistert. Gegen zwei Freundinnen kann ein kleiner Mann wie ich nichts anrichten. Und somit liess ich mir die Schluessel bringen und wir stiegen in den grossen Peugeot 807 ein. Fuer alle Unkundigen: Dabei handelt es sich um einen Kleinbus. Fuer mich war es das erste Mal seit drei Jahren, dass ich mich wieder selbst hinters Steuer setzte. Kaum hatte ich die Kupplung getreten, fing mein linkes Bein an wie wild zu zittern. Mit frenetischen Anfeuerungen setzte ich das Auto in Gang, nachdem ich mehrere Minuten nach der Handbremse gesucht habe, die komischerweise links neben dem Fahrersitz angebracht ist (sehr ungewohnt!).<br \/>\nDrei Jahre ohne Praxis und dann noch mitten im Stadtzentrum von Berlin, in einem nagelneuem Auto, das nicht mir gehoert&#8230; Ich stand unter grosser Anspannung. Wie durch ein Wunder ueberstanden wir diese Autofahrt unfallfrei. \ud83d\ude09 Fuer die beiden Damen war es eine tolle Angelegenheit, da sie so viele Sehenswuerdigkeiten sehen konnten. Fuer mich war es eine gute Uebung fuer die bevorstehende Autofahrt nach Prag und Muenchen.<br \/>\nFuers unfallfreie Fahren gab&#8217;s dann noch zwei Kinokarten, die wir aber nicht mehr nutzen konnten. Dafuer freute sich jemand anderes ueber diese Karten..<br \/>\nWir setzten unseren Weg zum Brandenburger Tor fort. Ueber einige Umwege kamen wir zum Kunstmarkt. Dort gab es viele interessante Bilder und Figuren, aber auch zwei eklige alte Maenner. Ich lief ein, zwei Meter von Yuko entfernt. Als wir diese zwei Schmalzlocken passierten, sagte der eine zum anderen in einem sehr unangenehmen Ton: &#8222;Die gefaellt mir&#8220;. Beide starrten Yuko noch hinterher. Das &#8222;Opfer&#8220; bekam davon aber gar nichts mit, obwohl sie viel naeher an den beiden vorbeilief als ich \ud83d\ude09<br \/>\nAm S-Bahnhof Hackescher Markt angekommen, suchten wir uns eines der vielen Restaurants in der Naehe des Bahnhofs aus. Leider erwischten wir das Restaurant mit den unhoeflichsten Kellner. Servicewueste Deutschland &#8211; manchmal trifft das wirklich zu. Fuer sein unfreundliches Benehmen bekam der Kerl auch nur ein sehr geringes Trinkgeld. Das kommt davon \ud83d\ude1b<\/p>\n<p>In Berlin gibt es auch ein Mitsukoshi. Die beiden Maedels fuehlten sich fast heimisch, als sie in den Laden traten, aber als sie die Preise sahen, fielen sie vor Schreck fast um. Yuko wollte sich ein paar Haarklammern kaufen. In Japan bekommt man die fuer vielleicht 100 Yen. Im Mitsukoshi in Berlin wollte man 2 oder sogar 3 Euro dafuer haben. Trotz der hohen Preise war der Laden knackevoll. Wir trafen auch auf ein paar andere Japaner, die dort auf Einkaufstour waren. Wir verlie\u00dfen das Geschaeft so schnell wie wir gekommen waren und gingen zur naechsten Drogerie. Dort kauften wir die gewuenschten Klammern fuer ein Drittel des Preises von Mitsukoshi.<br \/>\nWir brauchten nur die Strassenseite zu wechseln, um zu den Hackeschen Hoefen zu gelangen. Dort klapperten wir fast jeden einzelnen Hof ab. Endlich fanden wir den Ampelmann-Shop. Es gab viele lustige Sachen dort, aber wir kauften nichts. Dafuer probierten wir die Fruchtgummi in Form eines Ampelmanns, die kostenlos angeboten wurden.<\/p>\n<p>Es war schon frueher Abend und meine Schwester wartete schon bei sich daheim auf uns. Und so setzten wir uns in die S-Bahn und fuhren zu ihr. Auf dem Weg vom Bahnhof zu ihrer Wohnung kamen wir an einem Getraenkeladen fuer alkoholische Getraenke vorbei. Dort war ein Pappschild aufgestellt, auf dem &#8222;Rothaus Tannzaepfle&#8220; stand. Das ist ein Bier aus dem weit entfernten Schwarzwald und zufaellig Yukos Lieblingsbier. Diese Chance wollte sich Yuko nicht entgehen lassen und stuermte in den Laden. Als wir das Bier nicht finden konnten, gingen wir zum Verkaeufer und fragten diesen. Der bewegte mit letzter Kraft seinen Finger und zeigte in die Richtung, wo sich das Bier befindet. In Japan waere der Verkaeufer mit vielem Entschuldigen zum Bier geflitzt, um es uns zu zeigen. Naja&#8230; in Deutschland weht ein anderer Wind. Yuko kaufte zwei, drei Flaschen.<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen wir bei meiner Schwester an. Dort tranken wir genuesslich Bier, Sambuca (Anislikoer mit 40%) und Rotwein. Dazu gab es Erdnussflips.<br \/>\nMeine Schwester hat zwei suesse Kaetzchen. Leider sind diese nicht gerade sehr zutraulich. Nach einer Weile traute sich wenigstens Cookie aus seinem Versteck und liess sich sogar kurz anfassen. Elvis, der andere Kater, sass dagegen bis zum Schluss in seinem Versteck. Wir trieben &#8217;ne Menge Unfug bei meiner Schwester. Und so kam es, dass Yuko und ich uns mit martialischen Bewegungen bekaempften. Natuerlich nur zum Spass \ud83d\ude42<br \/>\nNach ein paar lustigen Stunden mussten wir wieder die Heimreise antreten, denn der naechste Tag sollte sehr ereignisreich werden&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p18\" style=\"display:none;\"><strong>Sonntag, 18. Mai 2008<\/strong><br \/>\nHeute war der gro\u00dfe Tag: unsere Hochzeitsfeier (nicht in, aber immerhin bei Berlin).<br \/>\nDoch bevor es losging, mussten noch einige Dinge getan werden. Wir standen allesamt fr\u00fch auf und a\u00dfen wie \u00fcblich ein \u00fcppiges Fr\u00fchst\u00fcck. Danach machten meine Mutter, eine &#8222;Stiefschwester&#8220; Bella und ich uns auf den Weg, Kaori-chan abzuholen. Anschlie\u00dfend fuhren wir den langen Weg nach Neuenhagen, das am anderen Ende von Berlin liegt. Dort angekommen, legten wir sofort los mit den letzten Vorbereitungen: Tische dekorieren, Girlanden aufh\u00e4ngen, Luftballons aufblasen und so weiter und so fort&#8230;<br \/>\nW\u00e4hrend wir uns abrackerten, sa\u00df Yuko noch daheim und lie\u00df sich von Bellas Freund, der idealerweise Friseur von Beruf ist, die Haare herrichten. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auch Yuko war von den K\u00fcnsten des kostenlosen Friseurs sehr angetan.<br \/>\nGegen 14 Uhr kam dann der zweite Trupp (Yuko, Achim, Stefan und Boris). Fast alles war bis zu diesem Zeitpunkt vorbereitet. Nun hie\u00df es also warten, warten, warten.<\/p>\n<p>Jeder Gast sollte mit einem Gl\u00e4schen Sake (oder Apfelsaft f\u00fcr die Autofahrer) vom Brautpaar begr\u00fc\u00dft werden. Ich sollte reichlich Sake trinken d\u00fcrfen, denn die G\u00e4ste kamen alle in vielen kleinen Gruppen angereist, so dass ich bei jeder Gruppe ein neues Gl\u00e4schen ausschl\u00fcrfen durfte.<br \/>\nMeine Verwandten kamen fast alle vor meinen Freunden an. Bis auf meinen Kumpel Krauti plus Freundin kamen alle mindestens eine Stunde nach vereinbarten Beginn (15:00 Uhr). Von Krauti erfuhr ich dann, dass ich bei meiner Einladung vergessen habe, die Uhrzeit anzugeben. Nur meinem Freund Sascha habe ich es in einer kurzen Email geschrieben. Gl\u00fccklicherweise ist Sascha doch sehr kommunikativ und hat es allen eingeladenen Freunden weitergegeben. So kamen alle immerhin sp\u00e4t, aber nicht zu sp\u00e4t zur Feier. \ud83d\ude42<br \/>\nDie Hochzeitstorte stand schon f\u00fcr den Anschnitt bereit. Obwohl bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle G\u00e4ste erschienen waren, nahmen Yuko und ich das gro\u00dfe, alte (und leider auch stumpfe) K\u00fcchenmesser in die H\u00e4nde und legten los. Nach ein paar Sekunden hatten wir den Dreh raus, wie wir den Kuchen ohne gr\u00f6\u00dfere Katastrophen zweiteilen konnten. Nach getaner Arbeit stie\u00dfen wir alle mit einem Glas Champagner an.<\/p>\n<p>Nun trudelten auch die letzten G\u00e4ste ein. Wir verteilten die Hochzeitstorte an die G\u00e4ste und setzten uns an die Tische. Yuko und ich sa\u00dfen als Brautpaar nat\u00fcrlich in der Mitte der drei gro\u00dfen aufgestellten Zelte. Nach einiger Zeit war es dann soweit&#8230;<br \/>\nMein Vater stand auf und versuchte die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er w\u00e4hlte die gleiche Methode, die auch Totoro auf der Feier in Osaka versucht hatte, indem er mit einem L\u00f6ffel auf ein Glas einschlug. Zum Gl\u00fcck f\u00fcr ihn war er etwas erfolgreicher als Totoro damals und brauchte nur einen Versuch, damit sich alle ihm zuwendeten.<br \/>\nEtwas nerv\u00f6s und mit fertig formulierten S\u00e4tzen (liegt wohl in der Familie), aber nach und nach immer souver\u00e4ner, hielt mein Vater eine knapp zehnmin\u00fctige Rede, der alle Teilnehmer der Feier wohlwollend zuh\u00f6rten. Anschlie\u00dfend nahm er ein mysteri\u00f6ses Sch\u00e4chtelchen in die Hand und \u00f6ffnete dieses mit glei\u00dfendem Feuerregen, atemberaubendem Donner und Blitzen. OK, vergesst diesen Satz. Er ist leicht \u00fcbertrieben. Aber er \u00f6ffnete tats\u00e4chlich ein Sch\u00e4chtelchen und holte unsere Eheringe heraus, die wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht getragen hatten. Er \u00fcberreichte zuerst mir den Ring von Yuko. Ich steckte ihn gl\u00fccklicherweise ohne irgendwelchen Fehltritte auf ihren d\u00fcnnen Ringfinger. Anschlie\u00dfend war sie an der Reihe, mir meinen Ehering auf meinen &#8222;Wurschtfinger&#8220; zu zw\u00e4ngen. Das klappte auch ohne Probleme. Welch&#8216; ein Gl\u00fcck!<\/p>\n<p>Nachdem wir die Ringe noch in die Kameras pr\u00e4sentiert haben, stie\u00dfen wir erneut mit einem Glas Champagner an. Meine Oma meldete sich spontan zu Wort. Sie hielt eine kurze, aber daf\u00fcr tiefgreifende Rede, bei der mir ein paar kleine Tr\u00e4nchen aus den Augen flossen.<\/p>\n<p>Es war jetzt an der Zeit f\u00fcr eine deutsche (oder allgemein westliche?) Tradition. Ein gro\u00dfer Baumstamm einer starken deutschen Eiche lag bereit, um zers\u00e4gt zu werden. OK&#8230; es war nur ein recht d\u00fcnner, morscher Baumstamm, den es zu zers\u00e4gen galt. Aber mit der verrosteten S\u00e4ge, die uns zur Verf\u00fcgung stand, war das trotzdem eine ziemlich knifflige Angelegenheit. Nach fast zehnmin\u00fctigem Kampf hatten Yuko und ich den Baumstamm durchges\u00e4gt und damit unser Teamwork bewiesen. Stolz und mit erhobenen Hauptes pr\u00e4sentierten wir unseren G\u00e4sten den abges\u00e4gten Holzklotz.<\/p>\n<p>Nun ging es Schlag auf Schlag: Man \u00fcberreichte Yuko den Brautstrau\u00df und alle noch unverheirateten Frauen stellten sich hinter ihr auf. Man konnte leicht erkennen, welche der jungen Damen bereit war, ihr Leben f\u00fcr den Erhalt des Brautstrau\u00dfes aufs Spiel zu setzen. Die gl\u00fcckliche Siegerin in diesem Spektakel war Kaori-chan, die am Ende den Strau\u00df leider verga\u00df und somit nicht zur\u00fcck nach G\u00f6ttingen mitnehmen konnte. Trotzdem muss sie jetzt als n\u00e4chstes heiraten! Je schneller, desto besser!<\/p>\n<p>Jetzt versammelten sich meine Kumpels um mich und Yuko. Was war los? Es gab Geschenke! T-Shirts, M\u00fctze, Halsketten verziert mit &#8222;Berlin&#8220; bzw. der Deutschlandfahne und einem Trabi, gef\u00fcllt mit einer Menge Kohle, Knete, Moneten oder auf normalem Deutsch: Geld. Es hie\u00df, dass ich das Geld nicht ohne Weiteres aus dem Trabant nehmen k\u00f6nnte. Aber da haben sich die selbsternannten Experten get\u00e4uscht! Mit meinen Wurstfingern konnte ich das Geld aus dem Spielzeugauto zerren, ohne es aufschrauben oder eine T\u00fcr herausrei\u00dfen zu m\u00fcssen. An dieser Stelle: Vielen Dank f\u00fcr die lustigen Geschenke!<\/p>\n<p>Doch mit der blo\u00dfen \u00dcbergabe der Geschenke waren meine Berliner Kumpels noch lange nicht am Ende ihrer geplanten Aktionen. Nun sollte ein kleines Spielchen folgen. Ich hatte mich schon bei der Ankunft von Torsten, Maria, Hannes und Michael gewundert, warum Torsten eine Sporttasche mit zwei Tennisschl\u00e4gern bei sich hatte.<br \/>\nAuf deutschen Hochzeitsfeiern muss man ja als Brautpaar auf alles gefasst sein. Dass sie Yuko entf\u00fchren w\u00fcrden, schloss ich aufgrund der Tennisschl\u00e4ger aus. Trotzdem dachte ich schon daran, das Weite zu suchen. Daraus wurde aber nichts. Und so sah ich meine Freunde die letzten Vorbereitungen treffen. Sie stellten zwei Klappst\u00fchle Lehne an Lehne. Da war mir dann klar, was Yuko und mir bevorstand. Unangenehme Fragen sollten alles Private \u00fcber unsere Beziehung gestellt werden.<br \/>\nMan \u00fcberreicht uns die beiden pr\u00e4perierten Tennisschl\u00e4ger. Auf der einen Seite stand Yuko und auf der anderen Steffen geschrieben.<br \/>\nSascha \u00fcbernahm die Rolle des Moderators und hielt erstmal eine kleine Rede, in der er die durchaus leicht verst\u00e4ndlichen Regeln erkl\u00e4rte. Welch eine spontane Idee von den Jungs! Zumindest behauptete Sascha das &#8222;mehr oder weniger&#8220;<\/p>\n<p>Hier die Liste der Fragen:<br \/>\n1. Wer unternahm den ersten Schritt beim Kennenlernen? O<br \/>\n2. Wer von euch hat die Initiative zum 1. Kuss ergriffen? O<br \/>\n3. Wer kocht besser? O<br \/>\n4. Wer ist der Langschl\u00e4fer? O<br \/>\n5. Wer von euch beiden ist p\u00fcnktlicher? O<br \/>\n6. Wer von euch beiden will mehr Kinder? O<br \/>\n7. Wer vergibt zuerst nach einem Streit? O<br \/>\n8. Wer von euch beiden ist romantischer und gef\u00fchlsbetonter? X<br \/>\n9. Wer von euch ist fauler? O<br \/>\n10. Wer ist der Partyl\u00f6we? O<br \/>\n11. Wer ist eifers\u00fcchtiger? O<br \/>\n12. Wer kann besser verlieren? O<br \/>\n13. Wer ist verantwortlich f\u00fcr die technischen Reparaturen im Haus? O<br \/>\n14. Wer gibt dem anderen meist nach? O<br \/>\n15. Wer entscheidet sich schneller? O<br \/>\n16. Wer von euch braucht l\u00e4nger im Bad? X<br \/>\n17. Wer steht nach dem Essen zuerst auf und macht den Abwasch? O<br \/>\n18. Wer ist chaotischer? X<br \/>\n19. Wer ist sportlicher? O<br \/>\n20. Wer hat bei euch zuhause die Hosen an? X (aber&#8230;!)<\/p>\n<p>Hinter den Fragen seht ihr, ob Yuko und ich jeweils die gleiche bzw. eine unterschiedliche Antwort gaben. Auf die genauen Antworten m\u00f6chte ich lieber verzichten. Muss ja nicht jeder wissen<br \/>\nEines sei aber gesagt&#8230; die ersten f\u00fcnf Fragen beantworteten Yuko und ich immer mit der gleichen Person (tja&#8230; Yuko oder Steffen?). Nun wurden alle ein wenig skeptisch. Sollten etwa alle Fragen mit der gleichen Antwort erwidert werden? Man untersuchte die Tennisschl\u00e4ger und beriet sich am runden Tisch. Als keine Betrugsversuche seitens der beiden Befragten zu erkennen waren, setzte man das Spielchen fort. Und siehe da: Schon wurde der andere Name von beiden eintr\u00e4chtlich hochgehalten.<br \/>\nBei der achten Frage spielte wohl meine Bescheidenheit einen Streich, und so kam es dann zu dem X<br \/>\nBei Frage 16 wei\u00df ich immer noch nicht, warum Yuko nicht meiner Antwort nicht zustimmte. Wer verbringt normalerweise l\u00e4nger im Bad, Frau oder Mann??? Die Antwort ist doch eigentlich ganz einfach! Yuko und ich bilden da keine Ausnahme \ud83d\ude1b<br \/>\nSascha gab bei der unterschiedlich beantworteten Frage 18 den richtigen Kommentar ab, indem er sagte, dass es doch eigentlich gar nicht mal so schlecht ist, wenn beide sich selbst f\u00fcr chaotisch(er) halten.<br \/>\nBei der letzten Frage erschienen in meinem Kopf erneut drei Fragezeichen. Ich konnte mir schon denken, dass Yuko die Frage nicht richtig verstanden hatte. F\u00fcr alle Deutschlernenden: Frage 20 sollte man nicht w\u00f6rtlich \u00fcbersetzen. Wer von euch (au\u00dfer Yuko, Masami, Maquis-chan und Kaori) wei\u00df, was Sascha mit dieser Frage meinte?<br \/>\nJedenfalls \u00e4nderte Yuko nachtr\u00e4glich ihre Antwort, nachdem ihr die richtige Bedeutung dieser Frage erkl\u00e4rt wurde. Somit hatten wir also nur drei Fragen unterschiedlich beantwortet. Das ist doch eigentlich gar kein so schlechtes Ergebnis!<br \/>\nSascha f\u00e4llte dann das Urteil. Wir waren in der h\u00f6chsten Kategorie.<br \/>\nDas Urteil: &#8222;Die goldene Hochzeit ist schon in Sicht!&#8220; (Na da muss ich wohl mehr Sport treiben und vor allem nicht so viele S\u00fc\u00dfigkeiten essen, um \u00fcberhaupt so alt zu werden)<\/p>\n<p>Jetzt wurde es Zeit f\u00fcr Raliza&#8217;s (die beste Freundin meiner Schwester) Geschenk. Mit einem Feuerzeug z\u00fcndeten Yuko und ich einen Papierballon an, auf dem eine nette Botschaft geschrieben stand. Es dauerte eine ganze Weile, ehe der Ballon genug hei\u00dfe Luft beinhaltete. Einmal w\u00e4re er beinahe zusammengefallen. Dann h\u00e4tten wir wohl ein kleines Lagerfeuer gehabt. Wir konnten dies aber zum Gl\u00fcck noch verhindern. Und somit stieg der Ballon pl\u00f6tzlich in die H\u00f6he und wurde immer schneller. Er raste knapp am Walnussbaum vorbei und war nach nur wenigen Minuten nicht mehr zu sehen. Es war aber \u00e4u\u00dferst faszinierend, dem Feuerball zu beobachten! Ein ungew\u00f6hnliches, aber sehr sch\u00f6nes Geschenk!<br \/>\n\u00dcbrigens brannte einen Tag sp\u00e4ter die Berliner Philharmonie. Ob da unser Ballon daran Schuld war??? Zum Gl\u00fcck fand man einen anderen Ausl\u00f6ser f\u00fcr diesen Brand. Wir brauchten also nicht ins Gef\u00e4ngnis zu wandern.<\/p>\n<p>Es wurde langsam dunkel und es wurde Zeit f\u00fcrs Barbeque. Boris, Achim und Stefan hatten das Fleisch schon auf die Grills gelegt. Leider habe ich nur ein St\u00fcck Fleisch und eine Wurst gegessen. Dabei waren die so lecker&#8230;<br \/>\nNach vielen fr\u00f6hlichen Gespr\u00e4chen, \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Alkoholkonsum und Tortenschlemmen fuhren wir dann gegen Mitternacht nach Hause. Mir ging es w\u00e4hrend der Autofahrt immer schlechter. Anscheinend wirkte die Kombination aus Alkohol und Benzingeruch nicht positiv auf mich. Am n\u00e4chsten Morgen war ich aber dann wieder topfit. Das musste ich auch sein, denn k\u00f6rperlicher Einsatz war gefragt&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p19\" style=\"display:none;\"><strong>Montag, 19. Mai 2008<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrlich sind wir an diesem Tag auch nicht zu sp\u00e4t aufgestanden, denn wir mussten eine Menge erledigen. Ich konnte Yuko \u00fcberreden, beim Aufr\u00e4umen des Gartens mitzuhelfen. Eigentlich dachten wir, dass diese Angelegenheit innerhalb von zwei oder drei Stunden erledigt sein w\u00fcrde. Also fr\u00fchst\u00fcckten wir erstmal gem\u00fctlich und fuhren dann mit Muttern wieder in Richtung Osten nach Neuenhagen.<br \/>\nDort angekommen, ackerte Uwe schon im Garten. Wir legten auch sofort los. W\u00e4hrend Yuko und Mutz die Dekorationen abr\u00e4umten, k\u00fcmmerte ich mich um die Vernichtung der Luftballons. Peng! Puff! Knall! &#8211; Das machte Spa\u00df!<br \/>\nDie drei Zelte mussten erstmal geputzt werden. Ein Eimer Wasser, zwei alte Lappen und ein Besen sollten als Werkzeuge dienen. Dank ausgekl\u00fcgeltem Teamwork ging das recht gut voran. Nun kam der schwerere Part: die Zelte abbauen. Uwe, der Profi f\u00fcrs Zelte auf- und abbauen, gab uns die Anweisungen, die wir befolgten, ohne mit der Wimper zu zucken. Das war eine ziemlich langwierige Arbeit. Die unz\u00e4hligen Stangen und die riesigen Planen mussten alle in kleine Beutel und Taschen gestopft werden.<br \/>\nIrgendwann hatten wir aber auch das geschafft und es mussten nur noch ein paar B\u00e4nke, St\u00fchle und Tische verschoben werden. Unsere Arbeit war getan. Ich wei\u00df nicht genau, wie lange es gedauert hat, aber zwei, drei Stunden waren es schon. Da es noch viele Essensreste und auch noch viele Getr\u00e4nke vom Vortag gab, setzten wir uns im Garten an den Tisch und a\u00dfen Kuchen, W\u00fcrste und Grillfleisch. Dazu gab es Tee, Kaffee und Sekt. Ist doch mal eine gute Kombination.<br \/>\nDie Zeit verging&#8230; Yuko und ich wurden schon etwas ungeduldiger. Eigentlich waren wir mit Kaori-chan verabredet, die bisher alleine durch Berlin tigerte. Es dauerte noch eine Weile, bis man sich entschied, das Fressgelage zu beenden. Doch nun kam man auf die Idee das geliehene Zelt zu den Besitzern zur\u00fcckzubringen. Diese wohnen aber nicht gleich nebenan, sondern in einer anderen kleinen Stadt, im Osten von Berlin.<\/p>\n<p>Nachdem wir alles ins Auto geladen hatten, fuhren wir endlich los. Unterwegs gab es dann leider noch einen kleinen Zwischenfall. Ein Tisch, den wir von zu Hause mitgenommen hatten und auf dem Anh\u00e4nger lag, brach auseinander. Wir stopften die Einzelteile in den Kofferraum und setzten unsere Reise fort. Irgendwann kamen wir dann an. Wir versuchten, die ganze Angelegenheit schnell \u00fcber die B\u00fchne zu bringen, aber wie das so ist, m\u00f6chten die Besuchten auch ihre Gastfreundschaft anbieten. Und so stie\u00dfen wir mit Sekt auf das Brautpaar, also auf uns, an. Aus geplanten f\u00fcnf Minuten wurden fast eine Stunde.<br \/>\nEs war schon fr\u00fcher Abend, als wir Richtung Berlin fuhren. Kaori-chan musste also sich fast die ganze Zeit alleine verg\u00fcgen. Mutz setzte uns am Hackeschen Markt aus. Den Rest fuhren wir mit der S-Bahn. Es war gar nicht so einfach, Kaori-chan am Hauptbahnhof zu finden, aber schlie\u00dflich konnten wir auch diese Mission erf\u00fcllen. Kaori-chan entschied sich, einen Zug sp\u00e4ter zu nehmen, damit wir noch wenigstens ein bisschen mehr Zeit zum Quatschen hatten. Wir gingen in ein Bahnhofscaf\u00e9, bestellten ein paar Getr\u00e4nke und quasselten \u00fcber die Hochzeitsfeier. Eine Gruppe von Sachsen sa\u00df neben uns und schaute ganz neugierig auf unsere Torte. Schlie\u00dflich begriffen Sie und gratulierten uns. Eine nette Geste, nicht wahr? \ud83d\ude42<br \/>\nLeider war es dann an der Zeit, sich von Kaori-chan zu verabschieden. Wir begleiteten Sie zum Zug und warteten, bis dieser abfuhr. Yuko und ich gingen dann wieder zur\u00fcck zur Friedrichstra\u00dfe. Von dort liefen wir zum Tischtennis. Ich machte ein Spiel gegen meinen Kumpel Sascha. Trotz \u00fcber einem Jahr ohne Tischtennis konnte ich mich knapp gegen ihn durchsetzen, was f\u00fcr mich eine kleine Genugtuung war \ud83d\ude09<br \/>\nNach ein paar Stunden Training (auch Yuko spielte Tischtennis), gingen wir mit Micha, Sascha und Hannes zu meiner Lieblingskneipe. Wir fragten den Chef, ob wir unsere mitgebrachte Hochzeitstorte essen d\u00fcrfen. Da er uns schon seit langer Zeit kennt, war das kein Problem. Er war sogar so nett und brachte uns Teller, Gabeln und ein gro\u00dfes Messer. Wir bestellten dazu ein paar Bier und widmeten uns einer weiteren Lieblingsbesch\u00e4ftigung von mir: Doppelkopf! Wir spielten ein paar Runden und ich erkl\u00e4rte Yuko die Regeln. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass sie es sogar interessant finden k\u00f6nnte. Sie kombinierte flei\u00dfig und wurde allm\u00e4hlich besser und besser.<br \/>\nEs war schon weit nach Mitternacht, als wir den Heimweg antraten. Dabei mussten wir am n\u00e4chsten Tag schon sehr fr\u00fch aufstehen. Die Flitterwochen bzw. &#8222;Flittertage&#8220; standen schlie\u00dflich bevor. F\u00fcr mich war das mit ein wenig Arbeit verbunden&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p20\" style=\"display:none;\"><strong>Dienstag, 20. Mai 2008<\/strong><br \/>\nBerlin &#8211; Halle &#8211; Dresden &#8211; Prag<br \/>\nOben genannte St\u00e4dte standen heute auf dem Plan. Um diesen Plan zu erf\u00fcllen, muss man schon recht fr\u00fch aufstehen. Genau das mussten wir, obwohl wir erst nach 2 Uhr morgens ins Bett gekommen sind.<br \/>\nGegen halb sieben klingelte der Wecker. Wir duschten uns schnell, packten die letzten Sachen in den Koffer und Mutz fuhr uns dann zum U-Bahnhof. Von dort aus ging es dann f\u00fcr Yuko und mich zur Wohnung meines Vaters. Dieser war aber bei unserer Ankunft gerade abwesend, so dass wir erstmal Andrea und ihren Sohn Sascha begr\u00fc\u00dften. Irgendwann kam auch der Hausherr wieder heim. Wir a\u00dfen Fr\u00fchst\u00fcck und f\u00fchren anschlie\u00dfend zum Autoverleih Sixt, der knapp einen Kilometer entfernt lag. Dort nahmen wir von einer etwas wortkargen jungen Dame die Schl\u00fcssel an uns.<br \/>\nWir erwischten mit einem nagelneuen Ford Fiesta ein recht gutes Autochen. Es hatte 75 PS, ne Menge elektronischen Schnickschnack und war ganz in Schwarz.<br \/>\nNun fuhren wir nochmal kurz zu Papas Wohnung, um dort seinen Wagen abzustellen. Da ich noch sehr m\u00fcde war und sowieso noch von Dresden nach Prag fahren musste, bat ich den &#8222;Alten&#8220; das Steuer zu \u00fcbernehmen. Und so fuhren wir nach Halle.<br \/>\nPapa setzte uns am Hauptbahnhof ab. Er wiederum musste schnell zum Arzt. Wir spazierten auf dem Hauptbahnhof herum und kauften f\u00fcr fast 30 Euro Hallorenkugeln ein. F\u00fcr alle, die Hallorenkugeln nicht kennen: Es handelt sich dabei um Yukos Lieblingsschokolade, die mit einer Sahne-Schoko-Creme gef\u00fcllt ist. Hallorenkugeln werden in Deutschlands \u00e4ltester Schokoladenfabrik produziert und leider in Japan nicht zu haben&#8230;<\/p>\n<p>Irgendwann kam dann Papa wieder zur\u00fcck. Wir fuhren zu seiner Arbeit, dem Mitteldeutschen Rundfunk. Er zeigte uns die verschiedenen Abteilungen. Wir durften sogar live einer Nachrichtensendung im Studio beiwohnen. Nat\u00fcrlich durften wir nichts sagen \ud83d\ude09<br \/>\nNach dieser interessanten Besichtigung ging es weiter nach Dresden. Dort besuchten wir zuerst den Zwinger. Da uns der Magen knurrte, gingen wir zu einem nahegelegenen Restaurant und a\u00dfen original Dresdner Kartoffelsuppe. Yuko schw\u00e4rmt jetzt noch davon.<br \/>\nDanach spendierte Papa uns eine Fahrt mit einem Stadtbesichtigungsbus, der sogar alles auf Japanisch erkl\u00e4rte, so dass Yuko sich mal ein wenig vom ewigen Deutsch sprechen ausruhen konnte. Teilweise war die japanische \u00dcbersetzung schneller als der deutsche Sprecher, so dass Yuko schon am Staunen war, w\u00e4hrend wir nur ein leises Rauschen aus den Lautsprechern vernehmen konnten.<br \/>\nBeim &#8222;sch\u00f6nsten Milchladen der Welt&#8220; machten wir halt. Der Laden hatte nur noch knapp 10 Minuten ge\u00f6ffnet. Wir schauten uns kurz um und Yuko musste erfahren, dass man dort nicht fotografieren durfte. Daf\u00fcr bekam sie von Papa eine Postkarte mit der Innenansicht des Gesch\u00e4fts geschenkt. Au\u00dferdem a\u00dfen wir alle je zwei kleine St\u00fcck Edamer, der wirklich sehr lecker war.<br \/>\nWir setzten mit dem letzten Bus die Stadtbesichtigung fort. Als diese zu Ende war, war es auch Zeit, sich zu verabschieden. W\u00e4hrend Papa mit dem Zug nach Hause fuhr, setzte ich mich hinters Steuer und wir fuhren los nach Prag.<br \/>\nBis nach Tschechien war es nicht schwer, und die Zeit verann wie im Fluge. Die leeren Grenzposten passierten wir ein wenig langsamer. Die erste Tankstelle lie\u00df ziemlich lange auf sich warten. Ich musste noch eine Plakette kaufen, um nicht Strafe zu zahlen. Ich hatte ein bisschen Sorgen, ob mich die Polizei nicht schon vorher herausfischt. Aber nach knapp 50 Minuten entdeckten wir den ersten Tankstopp und fuhren von der Autobahn. Dort kauften wir ein paar Kleinigkeiten, tankten den Wagen voll und kauften irgendwie die Plakette. Die Frau faselte irgendwas. Danach waren wir ein paar Geldscheine los, aber daf\u00fcr um eben diesen Aufkleber reicher. Ich f\u00fcllte die ben\u00f6tigten Felder aus und Yuko klebte das Teil an die Windschutzscheibe.<br \/>\nNun kam der schwierigste Teil der Strecke. Wir mussten von der Autobahn runter und weiter auf der Landstra\u00dfe fahren. Wir folgten einfach den anderen Autos, bis es immer weniger wurden. Nat\u00fcrlich verpassten wir unsere Abfahrt. Diese komischen, schwer lesbaren Namen soll mal jemand im Dunkeln erkennen k\u00f6nnen. Es war schon nach 22 Uhr, als wir versp\u00e4tet in Prag eintrafen. Prag selbst war dann auch noch mal sehr anstrengend. Wir verfuhren uns noch \u00f6fters, ehe wir die enge Einbahnstra\u00dfe ins Nichts fanden. Genau dort war unser Hotel.<br \/>\nEs war eine Herausforderung, einen Parkplatz zu finden. Zuerst einmal stellten wir uns irgendwo hin und gingen zum Hotel. Nachdem wir die Eingangst\u00fcr ge\u00f6ffnet hatten, kamen wir in den Innenhof des ziemlich alten Hauses. In der K\u00fcche waren drei M\u00e4nner. Einer von ihnen kam zu uns und zeigte uns unser Zimmer.<br \/>\nDas Zimmer war recht ger\u00e4umig und hatte ein riesiges Bett. Doch obwohl ich sehr sehr m\u00fcde war, konnte ich mich leider noch nicht zur n\u00e4chtlichen Ruh&#8216; begeben. Yuko wollte unbedingt noch in die Stadt. Mein anf\u00e4nglicher Widerstand war schnell gebrochen. Und so zogen wir los, um eine Bar zu finden. Es dauert nicht sehr lange, bis wir die erste Bar fanden. Dort tranken wir beide ein Pilsner Urquell und rekapitulierten unseren Tag.<br \/>\nENDLICH durfte ich ins Bett gehen und SCHLAFEN! zzZ<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p21\" style=\"display:none;\"><strong>Mittwoch, 21. Mai 2008<\/strong><br \/>\nSchon fr\u00fch riss uns der l\u00e4rmende Wecker aus unseren Tr\u00e4umen, denn auch heute stand ein langes Programm auf dem Plan. Nachdem wir geduscht hatten, gingen wir runter zum Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcfett. Alles war sehr einfach, aber ausreichend gut. Da wir schon all unser Gep\u00e4ck mitgenommen hatten, konnten wir gleich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck zum Auto gehen. Das stand ca. einen Kilometer weit weg auf dem Parkplatz eines gro\u00dfen Hotels. Auf dem Weg dort hin, machten wir einen kurzen Stopp bei einem Kloster. Dort trafen wir auch schon auf die ersten Japaner, die &#8211; typisch Japaner &#8211; schnellen Schrittes und mit Stadtplan bewaffnet durch die Stra\u00dfen marschierten. Dank meiner Anwesenheit war das bei Yuko etwas ruhiger. Dennoch wurde ich sp\u00e4ter noch quer durch die Stadt gescheucht.<br \/>\nEndlich beim Auto angekommen, suchten wir die Rezeption, die gar nicht so leicht zu finden war. Schnell bezahlten wir die Rechnung und fuhren mit dem Auto zum n\u00e4chsten Besichtigungspunkt. Wir kamen an einer Soldatenkirche vorbei. Da man dort aber nicht hinein durfte, folgten wir den Verlauf der n\u00e4chstbesten Einbahnstra\u00dfe. Am Ende dieser Stra\u00dfe gab es einen gro\u00dfen Platz mit vielen Touristen. Wir schlugen uns durch die Massen, vorbei an Musikern und erreichten schlie\u00dflich einen sch\u00f6nen Aussichtpunkt. Neben uns war eine Gruppe junger Russen, weiter hinter waren unz\u00e4hlige franz\u00f6sische Sch\u00fcler, die alle vor dem Eingang eines gro\u00dfen Geb\u00e4udes standen. Vor dem Geb\u00e4ude waren auch zwei Soldaten, die mit teilweise stolzer, teilweise stressiger Mine ihrer Arbeit nachgingen.<br \/>\nWir spazierten nun durch das Tor in den ersten Hof, weiter in den n\u00e4chsten, bis man irgendwann nur noch gegen Bezahlung weiter konnte. So viel Interesse hatten wir nun auch wieder nicht, so dass wir prompt das Weite suchten. Als wir wieder fast beim Ausgang waren, bemerkten wir, dass dort einige Soldaten eine Absperrung aufbauten. Neugierig wie wir sind, wollten wir wissen, wozu diese uniformierten M\u00e4nner alles verbarrikadierten. Ungef\u00e4hr zwanzig Minuten dauerte es, bis wir des R\u00e4tsels L\u00f6sung herausfanden. Mit gro\u00dfem T\u00e4ter\u00e4 kamen knapp zwanzig bewaffnete Soldaten aus einem der Geb\u00e4ude und versammelten sich auf dem Platz. Einer von ihnen schrie wie ein Wilder vor sich hin. Pl\u00f6tzlich bemerkten wir, dass von drau\u00dfen noch mehr Soldaten sich den Weg durch die Zuschauermassen bahnten und sich mit \u00fcbertrieben gro\u00dfen Aufwand zu den anderen gesellten. Die zwei Schreih\u00e4lse der beiden Gruppen schrien sich nun gegenseitig an und fuchtelten mit ihren Degen wie wild umher.<br \/>\nDanach stolzierte die eine Gruppe \u00fcber Umwege in die Ferne und die andere Gruppe ging ins Haus, begleitet von herrlicher Marschmusik von den an den Fenstern stehenden Soldaten im zweiten Stock.<br \/>\nNa, was haben die netten Herrschaften dort getrieben? Richtig! Das war eine stinknormale Wachabl\u00f6sung, die durch das theatralische Gehabe ein wenig aufgepeppt wurde.<br \/>\n\u00dcbrigens sehen tschechische Soldaten irgendwie freundlicher und harmloser aus als ihre deutschen Pendants. \ud83d\ude09<br \/>\nWir verfolgten nun die Soldaten mit den Musikinstrumenten, die zuf\u00e4lligerweise in die Richtung unseres Autos gingen. Der kleine Ford Fiesta stand n\u00e4mlich in der N\u00e4he der Soldatenkirche. Je n\u00e4her die M\u00e4nner in Uniform ihrer Kaserne kamen, desto lockerer wurde ihr Schritt. Am Ende bummelten sie langsam durchs Tor der Kirche und verschwanden auf nimmer Wiedersehen.<br \/>\nWir verlie\u00dfen auch diesen fast menschenleeren Ort. Yuko wollte nun in die Altstadt. Da es zu Fu\u00df zu viel Zeit gekostet h\u00e4tte, scheuchte sie mich mit dem Auto nun quer durch die Stadt. Nat\u00fcrlich fanden wir nicht sofort den richtigen Weg und verfuhren uns mehrmals. V\u00f6llig gestresst (ich) erreichten wir endlich das Zentrum. Die engen und \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen Prags bieten aber kaum eine M\u00f6glichkeit zu parken. Und so wurde es immer schlimmer&#8230; f\u00fcr mich. Yuko war begeistert von den sch\u00f6nen alten Geb\u00e4uden und den vielen Menschen. Ich h\u00f6rte immer nur &#8222;sugoi! sugoi&#8220; (&#8222;toll! wow! super!&#8220;), w\u00e4hrend ich krampfhaft nach einer kleinen Fl\u00e4che zum Parken Ausschau hielt. Nach knapp einer halben Stunde fanden wir endlich einen geeigneten Parkplatz.<br \/>\nWer jetzt denkt, dass ich meinen Stress nun abbauen konnte, liegt falsch, denn jetzt rannten wir durch die \u00fcberf\u00fcllten Stra\u00dfen und Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Viele L\u00e4den mit unbrauchbaren Souvenirs und anderem Schnickschnack s\u00e4umten den Weg. Da es nun schon Mittagszeit war, entschieden wir uns, in eines der vielen Restaurants zu gehen. Dort bestellte ich mir das billigste Set (Rissotto mit Bier und Apfelstrudel f\u00fcr ca. 189 Kronen). Yuko dagegen bestellte sich ein richtig deftiges Essen mit verschiedenen Fleischsorten, Sauerkraut, Rotkohl, geschnittenen Kl\u00f6\u00dfen usw. f\u00fcr knapp 500 Kronen. Von meinem Bier hatte ich nicht viel, da ich ja noch bis nach M\u00fcnchen fahren musste. Also gab ich es Yuko. Sie dagegen gab mir von ihrem leckeren, traditionell tschechischem Essen, was aber sehr deutsch aussah.<br \/>\nNach dem Restaurantbesuch wollten wir noch schnell die Karlsbr\u00fccke sehen. Die Br\u00fccke fanden wir dann auch relativ schnell, aber es blieb nicht viel Zeit, um dort lange zu verweilen. Wir gingen nur bis zur H\u00e4lfte und machten kehrt. Der Weg zur\u00fcck zum Auto war dann schon etwas schwieriger. Wir konnten den Weg nicht finden, da irgendwie alle H\u00e4user sich \u00e4hnelten. Als wir schon dem Verzweifeln nahe waren, fanden wir dann endlich den Ausgang des Labyrinths.<br \/>\nAber nun gab es ein anderes Problem. Neben unserem Auto stand ein Abschlepper. Das Auto hinter uns hatte einen platten Reifen. Es dauerte knapp eine Viertelstunde, ehe das Abschleppauto endlich weg war.<br \/>\nJetzt schnell auf die Schnellstra\u00dfe und endlich raus aus Prag, dachte ich. Die Autobahn in Richtung M\u00fcnchen ist gr\u00f6\u00dftenteils dreispurig und fuhr sich recht angenehm. Yuko mache zwischendurch ein kleines Nickerchen. Ich wollte noch einmal kurz vor der Grenze tanken, da das Benzin in Tschechien knapp 30 Cent pro Liter billiger war als in Deutschland. Aber bis zur letzten Tankstelle vor der Grenze war noch ein wenig Zeit.<br \/>\nPl\u00f6tzlich \u00fcberholte uns ein silberner VW Passat und setze sich vor uns auf die Mittelspur. Er wurde immer langsamer, so dass ich ihn nun \u00fcberholen wollte. Doch Der dassat fuhr mit uns auf die \u00dcberholspur und auch wieder zur\u00fcck auf die Mittelspur. Dabei wurde er weiterhin langsamer. Eine Frau in einem anderen Auto \u00fcberholte uns beide auf der linken Spur, was ich auch schon sehr seltsam fand. Wenn es die Polizei w\u00e4re, w\u00fcrden sie doch bestimmt so ein Vergehen ahnden, oder?<br \/>\nAber warum lie\u00dfen uns die beiden Leute im Passat nicht \u00fcberholen? Ich dachte schon an Kriminelle oder einfach irgendwelche Idioten, die uns wegen unseres deutschen Nummernschildes \u00e4rgern wollten. Und wenn es doch die Polizei w\u00e4re, w\u00fcrde irgendwann mal ein &#8222;Halt! Polizei!&#8220; oder irgendetwas zu sehen sein, doch nichts dergleichen.<br \/>\nNach gut f\u00fcnf Minuten konnte ich endlich auf gleiche H\u00f6he mit dem VW fahren. Da sah ich dann neben dem Lenkrad des Fahrers ein kleines blaues Licht. Es war also doch die Polizei! Ich lie\u00df mich schnell wieder hinter den Passat fallen und folgte den beiden M\u00e4nnern, die bei der n\u00e4chsten Tankstelle die Autobahn verlie\u00dfen. Dort hielten wir an. Ich kurbelte die Fensterscheibe nach unten, w\u00e4hrend der Fahrer, ein junger Mann mit Lederjacke und Jeans, zu uns kam. Er laberte etwas auf Tschechisch und fasste neben mein Lenkrad. Es war der Schalter f\u00fcrs Licht, den er von &#8222;Automatik&#8220; auf &#8222;Licht an&#8220; schaltete. Das war&#8217;s schon. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, watschelte er zur\u00fcck zu seinem Kollegen. Erleichtert fuhr ich dann weiter zur Tankstelle, wo ich das Auto volltankte und wir anschlie\u00dfend unser letztes tschechisches Geld in S\u00fc\u00dfigkeiten, Energydrinks und anderem Krimskrams ausgaben.<br \/>\n\u00dcbrigens war es drau\u00dfen noch hell, aber eben relativ schlechtes Wetter bei knapp unter 10 Grad Celsius. Ich dachte, dass die Automatik im Auto ihren Dienst ordentlich verrichtete. Tat sie aber nicht.<br \/>\nEgal&#8230; erleichtert fuhren wir wieder auf die Autobahn und passierten kurz darauf die Grenze. Ich war sehr froh, dass uns die Polizei rausgefischt hatte, denn so erwischten wir die letzte Tankstelle vor der Grenze. Also vielen Dank an die tschechische Polizei f\u00fcr die freundliche Hilfe!<\/p>\n<p>Endlich wieder zur\u00fcck in Deutschland fuhr es sich auch wieder besser. Das Wetter wurde auch immer sch\u00f6ner und M\u00fcnchen war nur noch einen Katzensprung weit entfernt. Perfekte Welt!<br \/>\nUnser Hotel war in der N\u00e4he des Hauptbahnhofes. Obwohl es also im Stadtzentrum lag, war der Weg dort hin sehr einfach und leicht zu finden, ganz im Gegensatz zu Prag&#8230;<br \/>\nIch sagte nun dem Mann an der Rezeption unseren Namen. Der erwiderte, dass unsere Reservierung nicht mehr g\u00fcltig w\u00e4re, da wir uns nicht nicht mehr gemeldet hatten. Dennoch war er so nett, uns f\u00fcr den gleichen Preis ein Zimmer anzubieten. Wir gingen hoch in unser Zimmer und ruhten uns kurz aus. Auf dem Nachtschr\u00e4nkchen fanden wir ein paar Unterlagen. Dort sah ich einen Zettel, der uns die M\u00f6glichkeit anbot, in einem bestimmten Restaurant f\u00fcr knapp die H\u00e4lfte des eigentlichen Preises zu essen. Diese Chance lie\u00dfen wir uns nicht entgehen. Es war ein italienisches Restaurant, aber von Italienern war dort weit und breit keine Spur. Daf\u00fcr servierten uns alte bayerische Opis und ein vietnamesischer Sch\u00f6nling das Essen. Naja, zumindest dachte er es von sich selbst.<br \/>\nNachdem wir uns den Magen vollgeschlagen hatten, schlenderten wir zum Rathaus und anschlie\u00dfend zum weltber\u00fchmten Hofbr\u00e4uhaus. Einige T\u00fcrsteher mit Sonnenbrille (es war schon dunkel drau\u00dfen) \u00f6ffneten uns die T\u00fcren. Die riesige Halle war mit tausenden saufenden Menschen gef\u00fcllt. In der hinteren H\u00e4lfte fanden wir dann einen Tisch f\u00fcr uns zwei. Yuko bestellte sich ein Einliterglas Pilsner und ich ein Hefeweizen gleicher Gr\u00f6\u00dfe. Gleich in der N\u00e4he von uns sa\u00df eine Gruppe japanischer Touristen, die mit Fotoapparaten ein Blitzlichtgewitter veranstalteten und gespannt den Musikern zuh\u00f6rten. Sie bestellten sich nur ein paar kleine Biere, tranken weniger als die H\u00e4lfte, machten anschlie\u00dfend weitere Fotos mit den Musikern und verschwanden wieder. Kurz darauf erschienen die n\u00e4chsten Japaner und agierten in etwa gleich.<br \/>\nAn einem weiteren Tisch in unserer N\u00e4he, sa\u00dfen drei junge bayerische M\u00e4nner, die an ihren Biergl\u00e4sern nuckelten und die Frauen am Nachbartisch angafften. Irgendwann gesellten sie sich dann zu den Frauen. Ein vierter Mann, der sp\u00e4ter zu den drei M\u00e4nnern hinzustie\u00df, kannte wohl alle und diente sozusagen als Verkuppler. Einer dieser M\u00e4nner schien besonders motiviert zu sein und versuchte aggressiv und tolpatschig seine neben ihm sitzende holde Maid zu unterhalten. Irgendwann lie\u00df er von ihr ab, denn er hatte ein neues Ziel im Auge&#8230; uns! Er drehte sich mehrmals f\u00fcr lange Zeit zu uns um und gaffte uns an. Manchmal f\u00fcr fast eine Minute. Er wandte uns wieder den R\u00fccken zu und sprach mit seinen Kumpels. Dann schauten alle zu uns. Das ging eine ganze Weile so. Yuko und ich taten so, als ob wir das nicht bemerkten. Wir fragten uns gegenseitig auf Japanisch, was der Knilch denn so interessant fand. Mit seiner naiven und aggressiven Art war er uns schon die ganze Zeit unangenehm aufgefallen. Die anderen M\u00e4nner waren eher sch\u00fcchtern, aber auch auf der Suche &#8211;  nach einer Frau. Sie glotzten heimlich die Frauen an ihrem Tisch an, aber blieben ruhig.<br \/>\nSchlie\u00dflich hatten wir dann genug. W\u00e4hrend ich mein Glas Bier schon geleert hatte, war Yuko knapp bei der H\u00e4lfte. Ich half ihr noch ein wenig, aber nochmal einen halben Liter zu trinken, war mir dann doch zu viel.<br \/>\nAm Ausgang standen immer noch die furchterregenden, aber h\u00f6flichen &#8222;Men in Black&#8220; und \u00f6ffneten uns die T\u00fcren. Drau\u00dfen begegneten wir ein paar besoffenen Jugendlichen. Wir kehrten nun langsam zum Hotel zur\u00fcck, st\u00f6berten noch kurz im Internet und gingen ins Bett. Das ich wieder sehr m\u00fcde war, brauch ich ja nicht zu erw\u00e4hnen. Oh! Nun habe ich es doch&#8230; \ud83d\ude1b<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"p22\" style=\"display:none;\"><strong>Donnerstag, 22. Mai 2008<\/strong><br \/>\nWie an jeder anderen vergangenen Nacht blieb uns auch diesmal nicht wirklich viel Zeit, um zu schlafen. Fr\u00fch standen wir auf und fr\u00fchst\u00fcckten neben einer Gruppe alter franz\u00f6sischer Omas und Opas. Danach packten wir unsere Sachen ins Auto, das &#8211; im Gegensatz zu Prag &#8211; direkt vor dem Hotel stand. Danach ging es wieder zum Rathaus, denn um 11 Uhr begann das Puppenspiel der Rathausuhr. Viele Menschen standen schon dort und warteten ungedulgig auf dieses Spektakel. F\u00fcr mich war&#8217;s dann doch eher ein eher fades Ereignis. L\u00e4rmende Musik zu drehenden Holzfiguren &#8211; toll!<br \/>\nDanach schlenderten wir weiter zum englischen Garten. Ich habe nicht gewusst, dass der wirklich so gro\u00df ist. In einem Pavillon spielten drei Musiker klassische Musik, aber wir wanderten langsam weiter, um noch mehr von der Stadt zu sehen. Irgendwann taten uns unsere Beine weh, so dass wir es uns auf einer Bank bequem machten. Nach knapp zehn Minuten gingen wir langsam wieder zur\u00fcck und suchten ein Caf\u00e9 auf. Yuko machte erneut ein kurzes Nickerchen, w\u00e4hrend ich eine kleine internationale Familie beobachtete. Ein wahrscheinlich deutscher Mann und seine asiatische Frau (aber keine Japanerin oder Chinesin) mit Tochter tranken Kaffee. Die Tochter interessierte sich anfangs f\u00fcr uns. Aber sobald ihr Getr\u00e4nk da war, war das das Objekt ihrer Begierde.<br \/>\nYuko war dagegen f\u00fcr einen alten Mann wohl sehr interessant. Er starrte sie an, wobei er auch mich irgendwann bemerkte \ud83d\ude09<br \/>\nWir verlie\u00dfen das Restaurant, um uns mit unserer Verabredung zu treffen. Per Email habe ich mich mit einer ehemaligen Sch\u00fclerin aus Osaka verabredet. Ich habe ihr und ihren beiden kleinen Kindern mehrere Monate lang Deutsch beigebracht. Mutz kann sich sicherlich noch sehr gut an die beiden Strolche Ryouta (6 Jahre) und Haruna (9 Jahre) erinnern.<br \/>\nEs war auch das erste Mal, dass ich das Oberhaupt der Familie kennen lernte. W\u00e4hrend die Mutter mit den beiden Kindern noch in Japan wohnte, arbeitete der Vater schon seit l\u00e4ngerer Zeit in M\u00fcnchen bei Panasonic.<br \/>\nAm Anfang hatten Ryouta und Haruna noch ein wenig Angst und versteckten sich hinter ihren Eltern. Ryouta sagte: &#8222;Nanka kao ga kawatta&#8220; (Dein Gesicht hat sich ver\u00e4ndert). Ich fragte ihn, warum es sich angeblich ver\u00e4ndert hatte. Er erwiderte: &#8222;Hana ga nagaku natta&#8220; (Deine Nase ist l\u00e4nger geworden). Na wenn das mal nicht ein sch\u00f6nes Kompliment ist&#8230; \ud83d\ude1b<br \/>\nNach kurzer Begr\u00fc\u00dfung gingen wir zu einem Restaurant, das Yuko kurz zuvor entdeckt hatte. Dort gab es ihre geliebten K\u00e4sesp\u00e4tzle, wonach wir die ganze Zeit nebenher gesucht hatten. Die junge Familie hatte nichts dagegen. Yuko und ich bestellten K\u00e4sesp\u00e4tzle und f\u00fcr die kleinen gab es Pommes. Die Eltern a\u00dfen nichts, da sie schon zu Mittag gegessen hatten.<br \/>\nWir redeten viel und die beiden Kinder wurden auch immer offener. Besonders Ryouta war wieder sehr aktiv und machte nur Unsinn, spielte Nintendo DS und l\u00e4rmte herum.<br \/>\nHinter mir sa\u00df eine Gruppe \u00e4lterer M\u00fcnchner. Einer von ihnen stand auf, nachdem er einen kr\u00e4ftigen Schluck Bier genommen hatte, und fragte mich, ob ich Chinesisch spreche. Nat\u00fcrlich sagte ich ihm, dass es nicht Chinesisch sei, sondern Japanisch. Er fand es jedenfalls toll, wie wir alle uns auf Japanisch unterhielten. Er lobte uns in h\u00f6chsten T\u00f6nen und verschwand wieder auf seinen Platz.<br \/>\nRyouta und Haruna begannen nun mich zu kitzeln, auf meinem Scho\u00df Hoppa Hoppa Reiter zu spielen. Das war wirklich sehr sch\u00f6n, aber auch ganz sch\u00f6n anstrengend. Ein alter Haudegen wie ich ist solche Energie gar nicht mehr gewohnt \ud83d\ude09<br \/>\nDer nette M\u00fcnchner vom Nachbartisch kam dann nochmal zu mir und lobte erneut unser internationales Zusammensein. Er schien an uns einen Narren gefressen zu haben \ud83d\ude42<br \/>\nLangsam wurde es Zeit, aufzubrechen. Wir gingen aus dem Restaurant und redeten drau\u00dfen noch ein wenig weiter. Die beiden Kinder hingen nun an meinen Armen. Ich f\u00fchlte mich wie ein Esel, der eine schwere Last zu tragen hatte. Gemeinsam gingen wir dann alle noch in Richtung Hauptbahnhof. Hand in Hand spazierten die beiden Kids und ich, w\u00e4hrend Yuko sich mit deren Mutter unterhielt.<br \/>\nLeider war es nun soweit, sich zu trennen. Mit viel Gewinke verabschiedeten wir uns. Yuko und ich gingen zum Auto und traten direkt die Heimreise an.<br \/>\nM\u00fcnchen war schnell pass\u00e9. Die Autobahn war nicht sehr voll, so dass wir z\u00fcgig vorankamen. Ich konnte auch mal das Auto ein wenig testen. H\u00f6chstgeschwindigkeit lag bei etwa 187 km\/h, wobei ich nicht voll durchgetreten habe.<br \/>\nWir waren schnell in Sachsen-Anhalt. Dort gab es leider vermehrt Baustellen, die unsere Heimkehr verz\u00f6gerten. Viele Autos rasten an uns vorbei. Am Ende einer Baustelle \u00fcberholten mich zwei Autos mit doppelter (oder mehr) Geschwindigkeit. Da ich kein Blitzlicht sah, beschleunigte ich auch wieder. Tja, dann sah bemerkte ich pl\u00f6tzlich ein helles rotes Licht. Ich dachte nur: Schei\u00dfe!<br \/>\nYuko hatte nichts bemerkt, aber ich war erstmal f\u00fcr ein paar Minuten schlecht gelaunt. Irgendwann vergisst man das aber auch, denn schlie\u00dflich kamen wir Berlin n\u00e4her und n\u00e4her. Ich glaube, es war so gegen 22 Uhr, als wir in Berlin ankamen. Leider hatte ich die falsche Ausfahrt genommen und wir waren deshalb auf der falschen Autobahn. Es dauert eine ganze Weile, bis wir wieder auf der richtigen Stra\u00dfe waren. Aber auch in Reinickendorf kamen wir vom Weg ab. Per Handy dirigierte uns Mutz nach Hause.<br \/>\nWir a\u00dfen noch etwas und tranken verschiedene selbstgemachte Lik\u00f6re, bevor wir uns zur n\u00e4chtlichen Ruh begaben.<\/div>\n<div id=\"p23\" style=\"display:none;\"><strong>Freitag, 23. Mai 2008<\/strong><br \/>\nDer letzte komplette Tag in Deutschland&#8230; Vor unserer Reise hatte Yuko \u00fcbertrieben ehrgeizige Pl\u00e4ne. Sie wollte m\u00f6glichst alles auf einmal sehen. Zum Gl\u00fcck konnte ich mit meiner gegens\u00e4tzlichen Urlaubsphilosophie ein wenig anstecken, so dass wir nicht dreimal quer durch Deutschland gefahren sind, sondern nur einmal.<br \/>\nAn diesem Tag stand also zum Gl\u00fcck nicht sooo viel auf dem Plan. Morgens fr\u00fchst\u00fcckten wir gem\u00e4chlich und machten uns dann auf den Weg ins Stadtzentrum. Dort bummelten wir herum und gingen dann zum DDR-Museum. Mit einem Eintrittspreis von 5 Euro war es doch recht teuer f\u00fcr so ein kleines Museum. Aber es war eine sehr gute Gelegenheit, etwas Originales aus meiner Kindheit und der Jugend meiner Eltern zu zeigen. Trotz der vielen negativen Dinge, die der DDR zugeschrieben werden, hatte dieses Land auch seine guten Seiten. F\u00fcr Yuko: Hallorenkugeln \ud83d\ude42<br \/>\nIm Museum waren viele Menschen. Darunter auch eine gro\u00dfe Schulklasse aus den westlichen Bundesl\u00e4ndern, die alle der Museumsf\u00fchrerin sehr interessiert lauschten. Wir mussten einige Minuten warten, bevor wir die M\u00f6glichkeit hatten, den Trabant auch von innen zu bewundern. Anschlie\u00dfend schauten wir uns noch einen Film \u00fcber ostdeutsche Wohnungen an und h\u00f6rten Musik von den Puhdys, Karat und Udo Lindenberg. F\u00fcr mich war es eine sch\u00f6ne Erinnerung an meine Kindheit. F\u00fcr Yuko war es der Besuch in eine ganz andere, neue alte Welt.<br \/>\nWieder drau\u00dfen spazierten wir langsam in Richtung S-Bahnhof Alexanderplatz. Dort a\u00dfen wir eine Currywurst, die leider nicht meinen Vorstellungen einer original Berliner Currywurst entsprach, obwohl der Laden dies anpries. Trotzdem schmeckte die Wurst ganz passabel. Danach zeigte ich Yuko noch schnell die Weltzeituhr.<br \/>\nVor lauter Ostalgie schlug ich vor, mal in den tiefen Osten Berlins, ins Reich meiner Kindheit zu fahren. Wir stiegen also in die Stra\u00dfenbahn und fuhren nach Marzahn. Unser erstes Ziel war die Jan-Petersen-Stra\u00dfe. Dort wohnte ich ungef\u00e4hr vier Jahre alleine. Meine Wohnung war immer noch unbewohnt, obwohl ich schon seit 2004 nicht mehr dort wohne. \u00dcberhaupt war alles sehr merkw\u00fcrdig. In dem ganzen gro\u00dfen Geb\u00e4ude waren anscheinend nicht mehr als zehn Wohnungen noch bewohnt. Nur der komische Mann, der vor meinem Balkon sein kleines Gartenreich aufgebaut hatte, wohnte noch dort.<br \/>\nW\u00e4hrend ich Yuko von unten meinen Balkon zeigte, kam eine Katze auf uns zu und rieb sich an unseren Beinen. Sie war wirklich sehr zutraulich und folgte uns sogar f\u00fcr eine Weile.<br \/>\nWir gingen an meinem Hauseingang vorbei, vorbei am Jugendklub, vor dem sich fr\u00fcher immer kurzgeschorene Vierzehnj\u00e4hrige herumtrieben und schlie\u00dflich in Richtung Alt-Marzahn.<br \/>\nIch zeigte Yuko die M\u00fchle, meine alte Grundschule, von der nur noch die Turnhalle \u00fcbrig war und meinen nicht vorhandenen Kindergarten. Meine ganze Kindheit wurde ausgel\u00f6scht. Jetzt gibt es dort nur noch eine gr\u00fcne Fl\u00e4che mit einigen B\u00e4umen und einem Mann, der gem\u00fctlich ein Buch las.<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen wir zur Kienbergstra\u00dfe 3. Dort habe ich mit meiner Schwester und meinen Eltern von 1981 an f\u00fcr knapp 15 Jahre drin gewohnt, im dreizehnten Stock. In unserer ehemaligen Wohnung scheint jemand zu wohnen, denn ein Fenster war ge\u00f6ffnet.<br \/>\nWeiter ging es nun zur letzten Wohnung, die auch nur weniger als einen Kilometer entfernt lag. Dort wohnte ich mit meiner Mutter in einem neu gebauten Haus. Das war eigentlich die sch\u00f6nste der drei Wohnungen. Auf dem Weg zu dieser Wohnung kamen wir noch an einem Garten vorbei, in dem ein Rotweiler sein Unwesen trieb. Zuerst starrte er uns neugierig an. Aber dann rannte er zur Gartent\u00fcr bellte und versuchte, \u00fcber die T\u00fcr zu springen. Zu unserem Gl\u00fcck schaffte er es nicht. Ansonsten h\u00e4tte zumindest einer von uns beiden ein gro\u00dfes gesundheitliches Problem.<br \/>\nNachdem wir uns nun alles in Marzahn angeschaut hatten, fuhren wir wieder zur\u00fcck in Richtung Wedding, denn dort waren wir mit Mutz verabredet. Da wir aber schon etwas fr\u00fcher angekommen waren, gingen wir zu einem t\u00fcrkischen Restaurant. Dort tranken wir leckeres Bier. Weil der Broiler so lecker aussah, bestellten wir nach einem \u00dcberlegen ein halbes Huhn und a\u00dfen es gen\u00fcsslich auf. Das ist etwas, das ich in Japan schmerzlich vermisse.<br \/>\nWir waren schon sp\u00e4t dran. Also bezahlten wir schnell und gingen zum vereinbarten Treffpunkt. Mutz wartete schon ganz ungeduldig auf uns. Sie starrte in zum Ausgang der U-Bahn. Wir nutzten diese Chance und schlichen uns von hinten an sie heran, um sie zu erschrecken. Mit Erfolg! \ud83d\ude42<br \/>\nNun gingen wir gemeinsam zum Asienladen, um die letzten Zutaten f\u00fcr das heutige Abendessen einzukaufen. Yuko hatte vor, Okonomiyaki zu kochen. Leider gab es nicht alle Zutaten, aber Yuko wusste sich zu helfen und improvisierte dann sp\u00e4ter.<br \/>\nBevor wir nach Hause fuhren, besuchten wir noch ein t\u00fcrkisches Caf\u00e9 und diskutierten zu dritt \u00fcber Ehe, Scheidung und andere beziehungstechnische Fragen. Sehr interessant! \ud83d\ude09<br \/>\nDaheim angekommen, machte sie sich sofort ans Werk und schnitt das Fleisch, zerfetzte den Kohl und r\u00fchrte den Teig an. Da nur ein stumpfes Messer zur Verf\u00fcgung stand, bekam ich die ehrenvolle Aufgabe, das Fleisch zu zerschneiden.<br \/>\nNach und nach trafen auch die G\u00e4ste und der Rest der Familie ein. Als alles fertig war, sa\u00dfen wir alle drau\u00dfen im Garten a\u00dfen Okonomiyaki und tranken Bier dabei. Ein sch\u00f6ner letzter Abend in Berlin &#8211; in Deutschland.<\/div>\n<div id=\"p24\" style=\"display:none;\"><strong>Samstag, 24. Mai 2008<\/strong><br \/>\nWir mussten fr\u00fch aus den Federn, denn unser Flieger zur\u00fcck nach Japan startete schon am fr\u00fchen Nachmittag. Wir packten schnell unsere Sachen und a\u00dfen zusammen mit Kati, die aus Sch\u00f6neberg zu uns kam, gemeinsam Fr\u00fchst\u00fcck. Bella hatte den Fr\u00fchst\u00fcckstisch ganz festlich gedeckt.<br \/>\nDanach ging es dann langsam los zum Flughafen. Doch bevor wir alles im Auto hatten, kam noch ein kleiner Schock. Ich hatte mich irgendwie verhoben und bekam pl\u00f6tzlich starke stechende R\u00fcckenschmerzen. Mutz kam dann mit mehreren Wundersalben, die nach und nach ihre Wirkung zeigten. Mein R\u00fccken wurde w\u00e4rmer und w\u00e4rmer. Er blieb es auch bis nach Osaka.<br \/>\nIm Flughafen gingen wir nun zum Schalter, um unsere E-Tickets in richtige Flugtickets umzutauschen. Die nette Frau am Schalter schaute ganz pl\u00f6tzlich sehr verdutzt und sagte: &#8222;Der Flug war doch gestern!&#8220;.<br \/>\nSchei\u00dfe!&#8230;. Genau das rief Mutz zu Kati, die etwas weiter hinter mit ihrer Digitalkamera ein Video aufnahm. Die Frau vom Schalter sagte uns, dass wir zu unserer Fluggesellschaft (KLM) gehen und dort mal fragen sollen, was wir in dieser prek\u00e4ren Situation machen k\u00f6nnen. Wir rannten schnell zu KLM. Die Frau dort schaute in ihren Computer und fand zum Gl\u00fcck noch jeweils zwei freie Pl\u00e4tze f\u00fcr die Fl\u00fcge nach Amsterdam (Zwischenstop) und nach Osaka. Doch nat\u00fcrlich war dieser Service nicht kostenlos. Insgesamt mussten wir etwas mehr als 117 Euro pro Person bezahlen. Verglichen mit zwei komplett neuen Flugtickets ist das noch ein Schn\u00e4ppchen. Wir hatten also Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck.<br \/>\nAuf diesen Schock lud uns Mutz zu einem Cappuccino ein. Finanziell gesehen war das vielleicht ein Fehler, denn f\u00fcr diese kleinen Tassen musste sie sehr viel bezahlen. Flugh\u00e4fen sind schon verdammt teuer.<br \/>\nDer Abschied r\u00fcckte immer n\u00e4her. Schlie\u00dflich war es dann so weit. Mit Tr\u00e4nen in den Augen umarmten wir uns alle und verabschiedeten uns auf ungewisse Zeit.<br \/>\nDer Flug nach Amsterdam ging recht flott. Dort im Flughafen kauften wir noch ein paar Souvenirs von unserem letzten Euro und warteten auf den Flug. In Amsterdam wurden wir dann vom Zoll kontrolliert. Eine Beamtin fragte mich, ob die schwarze Tasche meine sei. Nach kurzem Vergewissern verneinte ich ihre Frage. Die Tasche geh\u00f6rte einem finster aussehenden Japaner. Er hatte ein Springmesser in seiner G\u00fcrteltasche. Vor diesem Vorfall wurde er bereits von anderen Beamten untersucht. Er hatte viele T\u00fcten mit verschiedensten Sachen bei sich. Im Flugzeug trafen wir ihn wieder. Anscheinend konnte er sich dann doch noch irgendwie ins Flugzeug mogeln.<br \/>\nW\u00e4hrend des langen Fluges schaute ich mir wieder viele Filme an. Yuko schlief teilweise. Endlich war es Zeit f\u00fcrs Abendbrot. Wir hatten die Auswahl zwischen vegetarischer Pasta und Milchreis plus anderem Zeugs. Milchreis? Michreis auf einem Flug nach Japan? Das war mir sehr suspekt. Von meinen Deutschsch\u00fclern und Freunden aus Japan wei\u00df ich, dass fast allen Japaner schon von der Idee, Reis in Milch zu kochen, schlecht im Magen wird. Das w\u00e4re ungef\u00e4hr so, als ob man f\u00fcr uns Deutsche Kartoffeln mit Vanilleso\u00dfe mischen w\u00fcrde. Klingt nicht besonders lecker, oder?<br \/>\nTrotzdem bestellten viele Japaner Milchreis, da wohl die meisten keine Vegetarier waren und sich vielleicht doch nicht genau vorstellen konnten, was man unter Milchreis in Europa versteht.<br \/>\nDa ich als Kind sehr gerne Milchreis gegessen habe, war f\u00fcr mich die Wahl ganz einfach. Auch Yuko wollte nicht unbedingt die faden Nudeln verspeisen und bestellte das gleiche.<br \/>\nAls das Essen endlich da war, \u00f6ffnete ich die Box. Auf der einen Seite war der Milchreis, der mit Obst versehen war. Auf der anderen Seite war etwas undefinierbares. Zuerst probierte ich den Milchreis. Schon beim ersten Bissen wurde mir mulmig im Magen. Das ist doch kein Milchreis! Das ist reine Chemie! Das Zeugs war nicht s\u00fc\u00df, sondern extrem s\u00fc\u00df und schmeckte \u00e4u\u00dferst unnat\u00fcrlich. Ich kam ungef\u00e4hr bis zur H\u00e4lfte (bei so einer kleinen Box ist das nicht viel). Anschlie\u00dfend \u00fcberwand ich meinen Ekel und probierte von der gelb-gr\u00fcnen Pampe auf der anderen Seite. Nach mehrmaligem Kauen stellte sich heraus, dass es sich dabei um Kartoffeln in Erbsenso\u00dfe handelte. Diese waren total versalzen und hatten eine wirklich unnat\u00fcrliche Farbe. Auch davon konnte ich nicht viel essen. Yuko ging es nicht besser. Sie a\u00df sogar fast gar nichts. Auch die anderen Flugg\u00e4ste lie\u00dfen sich beim Essen Zeit und machten angestrengte Grimassen. Zum Gl\u00fcck hatte ich auch eine kleine Flasche Rotwein bestellt. Mit diesem konnte ich diese geschmackliche Katastrophe vergessen und mich anschlie\u00dfend wieder auf den Monitor konzentrieren.<br \/>\nKurz vor der Ankunft in Osaka gab es dann nochmal Fr\u00fchst\u00fcck. Es war erneut nicht wirklich lecker. Es gab ungenie\u00dfbaren Salat und dazu ein St\u00fcck Kuchen. Ich freute mich schon darauf, den Kuchen zu essen, da er recht lecker aussah. Aber das war er leider nicht. Die Sahnecreme war merkw\u00fcrdig sauer. Ich lie\u00df fast alles stehen und trank erneut einen Rotwein&#8230; der war sehr lecker!<br \/>\nEndlich war der lange Flug vorbei. Yuko und ich mussten uns nun f\u00fcr kurze Zeit trennen. Sie marschierte zu den Ausg\u00e4ngen f\u00fcr japanische Staatsb\u00fcrger und ich zu den Ausg\u00e4ngen f\u00fcr Inhaber von Langzeitvisa. Meine Schlange war viel k\u00fcrzer. Am l\u00e4ngsten war die Schlange f\u00fcr die Touristen, welche mir auch neidisch hinterherschauten \ud83d\ude42<br \/>\nDurch meine schlechten Erfahrungen beim japanischen Zoll (letztes Jahr ein zweist\u00fcndiges Interview auf Japanisch) pochte mein kleines Herz ganz schnell. Als ich an der Reihe war, durfte ich meine Finger auf eine futuristische Maschine legen. Die Maschine nahm meine Fingerabdr\u00fccke und machte zus\u00e4tzlich noch Fotos von meinen blauen \u00c4uglein. Zum Gl\u00fcck bin ich nicht kriminell in Japan aufgefallen. Aber nun bin ich in Japan registriert. Die Zollbeamtin (oder war es doch ein Mann?) schaute kurz etwas mistrauisch, aber lie\u00df mich dann ohne Weiteres passieren. Auf der anderen Seite wartete ich dann auf Yuko, bei der es etwas l\u00e4nger dauerte.<br \/>\nWeiter ging es zu unseren Koffern. Wir schnappten uns diese und gingen zur Kofferkontrolle. Der Beamte fragte uns, ob wir irgendwelche verbotenen Sachen bei uns haben. Nat\u00fcrlich haben wir nichts dabei&#8230; au\u00dfer einer Leberwurst (diese h\u00e4tten wir eigentlich nicht mitbringen d\u00fcrfen), ein wenig Alkohol und so weiter \ud83d\ude42 Ein Mann hinter uns musste dann allerdings seinen Koffer \u00f6ffnen. Gl\u00fcck gehabt!<br \/>\nJetzt mussten wir noch knapp eine Stunde mit dem Zug fahren, bevor wir endlich zu Hause ankamen. kurz die ersten Sachen ausgepackt und dann haben wir erstmal f\u00fcr zwei Stunden geschlafen.<br \/>\nAbends kam dann noch Maquis-chan vorbei, den wir per Handy eingeladen hatten. Wir zeigten ihm s\u00e4mtliche Fotos und Videos und tranken ein Bierchen dabei. Am n\u00e4chsten Tag hie\u00df es dann leider schon wieder: arbeiten.<\/p>\n<p>Somit endete unsere sehr ereignisreiche Reise ins Land der untergehenden Sonne \ud83d\ude09 Es war eine sehr sch\u00f6ne Zeit mit unserer Familie und unseren Freunden. Vielen Dank an alle und hoffentlich sehen wir uns bald wieder! Vielleicht sogar mal hier in Osaka?<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 15. bis zum 24. Mai 2008 sind Yuko und ich nach Deutschland geflogen. Neben meiner Heimatstadt Berlin sind wir auf unserer Hochzeitsreise auch nach Halle, Dresden, Prag und M\u00fcnchen gefahren. Auf den folgenden Seiten k\u00f6nnt Ihr nun ein kleines Tagebuch unserer Reise lesen und somit gemeinsam mit uns diese sch\u00f6ne Zeit zeitverz\u00f6gert erleben. 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