{"id":19,"date":"2007-04-24T02:12:14","date_gmt":"2007-04-24T00:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/?p=19"},"modified":"2010-01-17T05:32:37","modified_gmt":"2010-01-17T03:32:37","slug":"oh-my-god-english","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/2007\/04\/oh-my-god-english\/","title":{"rendered":"Oh my God, English!"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend rief mich Yuko an, nachdem sie ihre Arbeit beendet hatte. Wir wollten uns vor&#8217;m Supermark, um gemeinsam f\u00fcr das Abendbrot einzukaufen. Sie wollte Omuraisu (wie Omelette, aber mit Reis innen) kochen.<br \/>\nSie hatte auch schon fast alles fertig, als ich einen Anruf bekam, den ich gerade zu diesem Zeitpunkt \u00fcberhaupt nicht erhalten wollte. \u00dcber Chay, ein Neuseel\u00e4nder, mit dem ich im letzten Jahr zusammen in einer kleinen Sprachschule Japanisch gelernt hatte, bin ich an eine English conversation school gekommen. Die haben mich erstmal als &#8222;on call&#8220; engagiert. Und genau heute war ich (zum zweiten Mal) auf Abruf.<br \/>\nAlfred, einer der leitenden Angestellten dort, erkl\u00e4rte mir, dass ich nicht wirklich heute ben\u00f6tigt werde, aber dass ich doch mal vorbeischauen kann, um mal zu erfahren, wie es dort so abl\u00e4uft. Naja, da ich ja schlecht nein sagen konnte, sagte er mir, dass ich doch um 20 Uhr kommen k\u00f6nnte. Nach ein paar Aufmunterungsrufen von Yuko zog ich mir meine beste Hose, ein blaues Hemd und meine *geliebte* Krawatte an, borgte mir Yukos Fahrrad aus und begab mich auf den recht langen Weg, der mich irgendwo mitten durch das n\u00f6rdliche Zentrum von Osaka f\u00fchrte.<br \/>\nYuko hatte mir den Weg zur Schule auf einer Karte gezeigt, und ich fand auch den Weg bis zum gro\u00dfen IBM-Geb\u00e4ude, in dessen N\u00e4he sich die Schule befinden sollte. Chay hatte mir mal beim Chatten geschrieben, dass dort dann ein Yakiniku-Restaurant (gebratenes Fleisch) und ein Curry-Restaurant in der N\u00e4he sind. Naja&#8230; es gab da ein Restaurant, aber laut Karte und laut Chays aussagen, waren die eigentlich viel zu nah am Geb\u00e4ude von IBM. Also fuhr ich irgendwoanders hin. Gegen 20 Uhr klingelte dann mein Handy. Alfred rief mich an und fragte, wo ich denn sei. Ich erkl\u00e4rte ihm , dass ich mich verfahren hatte. Er versuchte mir den Weg zu erkl\u00e4ren, was aber beim ersten Versuch nicht von Erfolg gekr\u00f6nt war. Schlie\u00dflich fand ich irgendwann ein Yakiniku-Restaurant. Also rief ich ihn zur\u00fcck. Da ich mir nicht sicher war, wo sich nun die Schule befand und ob ich \u00fcberhaupt richtig war, kam er herunter, um zu sehen, ob er wir uns finden. Leider war das auch nur ein Fehlversuch.<br \/>\nAlso machte ich mich erneut auf die Suche. Ich fuhr nochmal zur\u00fcck zum IBM-Geb\u00e4ude und umkreiste es. Und pl\u00f6tzlich erkannte ich, dass das eine Restaurant, das ich am Anfang gesehen hatte ja doch ein Yakiniku-Restaurant ist. Und gleich in der N\u00e4he war das Curry-Restaurant. Also musste die Schule hier irgendwo sein&#8230; Ich konnte aber nichts finden. Es war nirgendwo ein Zeichen zu sehen, dass sich hier eine Schule befindet. Zudem war es eine dunkle Nebenstra\u00dfe. Daher rief ich erneut Alfred an, der daraufhin sich zum zweiten Mal auf den Weg machte, um mich drau\u00dfen zu treffen. Siehe da, da war er pl\u00f6tzlich &#8211; ein kleiner, sehr muskul\u00f6ser Mann mit schielendem Blick.<br \/>\nEin netter Mann, der mir dann sagte, dass man ruhig mit normalen Klamotten kommen kann. Also riss ich mir die Krawatte vom Hals und holte mein Hemd aus der Hose. Gemeinsam ging es in den f\u00fcnften Stock, wo er eine T\u00fcr zu einer Wohnung \u00f6ffnete. Dort sah es recht d\u00fcster aus. Die M\u00f6bel waren sehr bescheiden. An zwei Tischen sa\u00dfen insgesamt ungef\u00e4hr 10-11 Japaner und eine &#8222;Lehrerin&#8220;. Alfred stellte mich als &#8222;Stephan aus Frankreich&#8220; vor. Ich korrigierte ihn \ud83d\ude09<br \/>\nDann f\u00fchrte er mich zu einem leeren Tisch und fragte bei den fortgeschrittenen Englisch sprechenden Japanern, ob nicht jemand zu mir kommen m\u00f6chte. Nach einer Sekunde Z\u00f6gern meldete sich ein junger Japaner. Kurz darauf folgten noch zwei Japanerinnen und ein weiterer Japaner. Pl\u00f6tzlich war die Lehrerin nur noch mit einem einzigen Japaner zusammen. Deshalb ging einer der Japaner wieder zur\u00fcck zu ihr.<br \/>\nDer Unterricht bzw. die Unterhaltung konnte beginnen. Ich war sehr aufgeregt. Ich stellte mich vor und fragte anschlie\u00dfend die anderen. Ich musste immer wieder die Initiative ergreifen, was f\u00fcr mich nicht gerade typisch ist. Wir redeten \u00fcber viele verschiedene Sachen. Irgendwann wollte ich das Wort &#8222;Bauer&#8220; sagen, aber mir fiel die englische \u00dcbersetzung nicht ein. &#8222;Pigeon&#8220;&#8230; nein, das war ja &#8222;Taube&#8220;&#8230; Also holte der Japaner sein elektronisches W\u00f6rterbuch aus der Tasche und siehe da, es hie\u00df &#8222;peasant&#8220;.<br \/>\nNach knapp mehr als einer Stunde war es dann vorbei. Ich trank noch schnell mein Bier aus und begab mich wie die anderen zu Alfred, der gerade Geld kassierte. Ich unterhielt mich noch kurz mit ein paar anderen Japanern und schlie\u00dflich auch noch mit der Lehrerin. Sie hei\u00dft Bernadette und kommt aus S\u00fcdafrika. Sie sagte mir, dass sie einen deutschen Gro\u00dfvater hatte und sie sprach ein paar Fetzen Deutsch. Sie selbst sah nun absolut nicht deutsch aus, dunkle Haut, schwarze Haare. Ich dachte zuerst, dass sie aus den USA kommt. Aber da habe ich mich get\u00e4uscht. \ud83d\ude09<br \/>\nDie Japaner wollten dann noch zum Trinken gehen. Aber ich wollte mein Abendbrot essen, das Yuko gekocht hatte. Auch die anderen beiden Lehrer gingen nicht mit zum Trinken. Als ich dann nach unten ging, standen fast alle Japaner noch dort. Ein Gesicht kam mir auch schon den ganzen Abend bekannt vor. Dieser junge Mann sprach mich dann auch an. Und siehe da, ich habe ihn schon mal in einem Irish Pub getroffen, als ich mit Yuko und Chay zusammen getrunken habe. Damals kam auch er und wir unterhielten uns. Ich denke mal, dass ich mich beim n\u00e4chsten Mal mit ihm unterhalten werde.<br \/>\nIch verabschiedete mich von allen und lie\u00df die Pedalen rauchen. Irgendwann hatte ich mich dann erneut verfahren. Aber ich kannte die ungef\u00e4hre Richtung, wodurch ich zum Gl\u00fcck wieder auf den richtigen Weg kam.<br \/>\nDaheim gab es dann endlich mein leckeres Abendbrot, das ich im Nu aufa\u00df. Gegen Mitternacht machte ich mit Yuko noch zusammen ihre Hausaufgaben f\u00fcr den morgigen Deutschunterricht beim Goethe-Institut (Thema Umweltverschmutzung) und anschlie\u00dfend konnte ich mich von einem interessanten Tag erholen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend rief mich Yuko an, nachdem sie ihre Arbeit beendet hatte. Wir wollten uns vor&#8217;m Supermark, um gemeinsam f\u00fcr das Abendbrot einzukaufen. Sie wollte Omuraisu (wie Omelette, aber mit Reis innen) kochen. Sie hatte auch schon fast alles fertig, als ich einen Anruf bekam, den ich gerade zu diesem Zeitpunkt \u00fcberhaupt nicht erhalten wollte. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[36],"class_list":["post-19","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv","tag-englisch"],"views":1764,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":620,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19\/revisions\/620"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}