{"id":414,"date":"2009-07-08T07:41:23","date_gmt":"2009-07-08T05:41:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/?p=414"},"modified":"2012-06-20T05:23:57","modified_gmt":"2012-06-20T03:23:57","slug":"urintests-in-roppongi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/2009\/07\/urintests-in-roppongi\/","title":{"rendered":"Urintests in Roppongi"},"content":{"rendered":"<p>Gestern auf Arbeit sprach mich ein Kollege an und zeigte mir einen Zeitungsartikel \u00fcber Urintests im Tokioter Vergn\u00fcgungsviertel Roppongi. Roppongi, das ber\u00fchmt f\u00fcr seine vielen Bars, Clubs und andere speziellere Lokalit\u00e4ten ist, wird besonders von Ausl\u00e4ndern und an Ausl\u00e4ndern interessierte Japaner gesch\u00e4tzt. Ein paar mehr Informationen ehr \u00fcber Roppongi findet ihr in einem <a href=\"http:\/\/www.tabibito.de\/japan_blog\/blogs\/index.php\/2009\/03\/18\/meidet_das_nachtleben_in_roppongi\" target=\"_blank\">Artikel von Tabibito<\/a>. Dort steht auch geschrieben, dass man sich nicht zu blau\u00e4ugig durchs Nachtleben dieser Am\u00fcsiermeile begeben sollte. Auch wenn Japan als eines der sichersten L\u00e4nder gilt, gibt es hier genug Kriminelle, die es auch auf ahnungslose Touristen abgesehen haben.<\/p>\n<p>Nun wieder zur\u00fcck zum Artikel, den mir mein Kollege kurz erkl\u00e4rt hat: Er erz\u00e4hlte mir sehr aufgeregt, was dort geschrieben stand. In Tokio wurden und werden Ausl\u00e4nder schon immer mal von der Polizei angehalten und nach den Papieren gefragt. Ausl\u00e4nder, die l\u00e4nger als drei Monate in Japan verweilen, m\u00fcssen die sogenannte Alien Registration Card (\u5916\u56fd\u4eba\u767b\u9332\u8a3c) stets mit sich f\u00fchren. Dabei handelt es sich sozusagen um einen Ausweis f\u00fcr Ausl\u00e4nder. Diese muss man auf Anfrage der Polizei vorzeigen. Ich wurde auch schon ein paar Mal von ein paar Polizisten angehalten und ausgefragt. W\u00e4hrend der eine Beamte sich mit mir unterhielt, schrieb der andere ganz langsam und ordentlich meinen Namen auf einen Zettel. Normalerweise wollte man nur nachschauen, ob das Visum noch nicht abgelaufen ist.<\/p>\n<p>Nun aber greift man anscheinend zu h\u00e4rteren Methoden. Wie der Titel dieses Beitrags schon sagt, kontrolliert man nun auch bei manchen Ausl\u00e4ndern den Urin auf Drogen. Sollte der Test positiv ausfallen, braucht man sich um etwaiges Heimweh nicht mehr zu k\u00fcmmern. Man wird unverz\u00fcglich abegeschoben. Das Visum, das man hatte ist dann nat\u00fcrlich auch Schnee von gestern.<\/p>\n<p>Mein Kollege erz\u00e4hlte mir, dass diese Urintest wohl auch japanweit durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. In dem <a href=\"http:\/\/search.japantimes.co.jp\/cgi-bin\/fl20090707ad.html\" target=\"_blank\">Artikel<\/a> der Japan Times, den ich daheim im Internet ausfindig machte, stand davon erstmal nichts, Aber das soll ja nichts hei\u00dfen. Ich hoffe mal, dass ich nicht irgendwann aufgefordert werde, auf einer Polizeistation in ein Becherchen pinkeln.<br \/>\nDebito Arudou, der Autor des genannten Artikels &#8211; geb\u00fcrtiger Amerikaner und seit L\u00e4ngerem eingeb\u00fcrgerter Japaner &#8211; wei\u00dft in diesem auch auf die Rechte der Ausl\u00e4nder hin. Ohne eine Erm\u00e4chtigung darf die Polizei normalerweise keine Taschen konttrollieren, geschweige denn, eine Urinprobe nehmen. Weitere hilfreiche Hinweise findet auf der <a href=\"http:\/\/www.debito.org\/whattodoif.html\" target=\"_blank\">Homepage von Debito Arudou<\/a> (auf Englisch).<\/p>\n<p>Warum nun diese pl\u00f6tzlich versch\u00e4rften Kontrollen?<br \/>\nGr\u00fcnde daf\u00fcr sind wohl ein paar Vorf\u00e4lle in den letzten Monaten. Angefangen hatte es mit ein paar Sumoringern, die positiv auf Marihuana getestet wurden. Darunter waren auch einige ausl\u00e4ndische Ringer. Nur wenig sp\u00e4ter wurden einige Studenten mit Drogen von der Polizei erwischt. Die Jugendlichen verwiesen auf ausl\u00e4ndische Drogendealer in&#8230; Roppongi.<\/p>\n<p>Demn\u00e4chst soll die Alien Registration Card, kurz ARC, durch eine Chip-Karte ersetzt werden, auf der alle wichtigen Daten gespeichert sind. Um an die Informationen zu kommen, braucht die Polizei noch nicht einmal ihren Besitzer ansprechen. Man benutzt einfach einen speziellen Kartenleser, mit dem man aus ein paar Metern Entfernung alles lesen kann. Einen guten Beitrag, der auf die Neuerungen und die Vor- und Nachteile dieser neuen Karte eingeht, findet ihr auf <a href=\"http:\/\/www.tabibito.de\/japan_blog\/blogs\/index.php\/2009\/05\/21\/abschied_von_der_alien_registration_card\" target=\"_blank\">Tabibitos Blog<\/a>.<\/p>\n<p>Ja, Sicherheit wird in Japan sehr gro\u00df geschrieben. Dass diese Sicherheit auf Kosten der Privatsf\u00e4hre geht, ist dabei anscheinend egal (z. B. auch Speicherung der Fingerabr\u00fccke am Flughafen).<\/p>\n<p><strong>Wort des Tages: <\/strong>\u516c\u5b89 (k\u014dan = \u00f6ffentliche Sicherheit)<br \/>\nIm Grunde kann man sich in Japan sehr sicher f\u00fchlen. Jedenfalls f\u00fchle ich mich viel sicherer als in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern auf Arbeit sprach mich ein Kollege an und zeigte mir einen Zeitungsartikel \u00fcber Urintests im Tokioter Vergn\u00fcgungsviertel Roppongi. 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