{"id":416,"date":"2009-08-01T16:05:07","date_gmt":"2009-08-01T14:05:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/?p=416"},"modified":"2010-01-15T07:08:19","modified_gmt":"2010-01-15T05:08:19","slug":"polizeikontrolle-und-deutsch-im-cafe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.magnifiq.net\/japan\/2009\/08\/polizeikontrolle-und-deutsch-im-cafe\/","title":{"rendered":"Polizeikontrolle und Deutsch im Caf\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Mal wieder hat mich die Schreibfaulheit gepackt. Vielleicht liegt es am hei\u00dfen und schw\u00fclen japanischen Wetter, mit dem ich mich seit einigen Wochen herumplagen muss. Genug der Ausreden und ab zum eigentlichen Thema.<\/p>\n<p>Vor knapp zwei Wochen habe ich mich mit meinen Futsal-Freunden zum Trinken in Namba, dem suedlichen Zentrum Osakas verabredet. Da das kleine Gelage erst um 21 Uhr anfing, war es schon abzusehen, dass ich nicht mit dem letzten Zug die Heimfahrt antreten werde. Schlie\u00dflich will man sich ja nicht mitten beim Feiern schon wieder verabschieden.<br \/>\nInsgesamt sind wir bis gegen 3 Uhr morgens im 280 Yen Izakaya geblieben. Da nun kein Zug mehr fuhr, musste ich mich entscheiden, was ich machen soll. Zur Auswahl stand Karaoke bis zum Morgen oder alleine nach Hause laufen. Ich entschied mich f\u00fcr Letzteres. Schnellen Schrittes marschierte ich durch die noch hei\u00dfe Nacht gen Heimat. Menschen gab es nur noch wenige auf den Stra\u00dfen. Als ich dann in Umeda, dem n\u00f6rdlichen Zentrum Osakas ankam, musste ich durch eine Stra\u00dfenunterf\u00fchrung. Auf der anderen Seite standen zwei Polizisten, die beide jeweils in eine andere Richtung starrten und ca. 20 Meter voneinander entfernt waren. Sie w\u00fcrdigten mich keines Blickes, was nun wirklich kein Problem war. Nach rund 150 Metern h\u00f6rte ich jemanden sich sehr schnell n\u00e4hern. Einer der Polizisten war es, der sich nun doch f\u00fcr mich interessierte. Er fragte mich auf Japanisch, ob ich denn in der Unterf\u00fchrung gen\u00e4chtigt h\u00e4tte. Ich antwortete ihm nat\u00fcrlich, dass ich aus Namba k\u00e4me und nun auf dem Heimweg bin. Er verlangte nun meinen Ausl\u00e4nderausweis, die sogenannte Gaikokujint\u014drokush\u014d\u00a0(\u5916\u56fd\u4eba\u767b\u9332\u8a3c), die jeder Ausl\u00e4nder, der sich l\u00e4nger als drei Monate in Japan aufh\u00e4lt, stets mit sich f\u00fchren muss.<br \/>\nLaut Gesetz, ben\u00f6tigt ein Polizeibeamter einen Grund, um sich den Ausweis aush\u00e4ndigen zu lassen. Dabei reicht es schon aus, dass man auf einem Fahrrad f\u00e4hrt. Ich wei\u00df nicht, ob das N\u00e4chtigen in einer Stra\u00dfenunterf\u00fchrung ein triftiger Grund ist, aber da ich ja eigentlich nichts zu verheimlichen habe, zeigte ich dem jungen Beamten meine Karte. Er schaute sie sich kurz an und lobte noch mein Japanisch (das durchaus noch verbesserungsw\u00fcrdig ist). Zum Schluss entschuldigte er sich noch mehrfach und warnte mich vor den herumschleichenden Dieben in Umeda. Sehr freundlich.<\/p>\n<p>Eine andere kleine Geschichte habe ich noch:<br \/>\nAls ich vorgestern in einem Caf\u00e9 in der N\u00e4he meiner Wohnung sa\u00df, kamen pl\u00f6tzlich drei kleine M\u00e4dchen herein. W\u00e4hrend eine von ihnen &#8222;normal&#8220; japanisch aussah, hatten die anderen beiden blonde Haare und sahen nicht wirklich japanisch aus. Irgendwie h\u00f6rte ich auch eine Sprache, die nicht wirklich nach Japanisch klang, aber ich konnte noch nicht verstehen, um welche Sprache es sich handelte. Als dann noch die M\u00fctter erschienen und alle sich zusammen nach einem geeigneten Tisch Ausschau hielten, konnte ich schlie\u00dflich verstehen, auf welcher Sprache sich die beiden Blondinen teilweise unterhielten. Die \u00e4ltere der beiden M\u00e4dchen &#8211; vielleicht 7 Jahre alt &#8211; sagte zu ihrer Mutter (Japanerin): &#8222;koko besser&#8220;, was soviel wie &#8222;hier ist besser&#8220; hei\u00dft. Dabei deutete die kleine auf den Tisch neben mir.<br \/>\nOha! Die kleinen sprechen also Deutsch! Nat\u00fcrlich war mein Interesse geweckt. Die \u00e4ltere der beiden holte ein Kinderbuch heraus und las darin. Es war ein deutsches Kinderbuch, irgendetwas mit Lakritze stand dort als Titel. Interessant war auch, dass die beiden Schwestern sich ausschlie\u00dflich auf klarem Deutsch unterhielten, aber mit ihrer Mutter auf Japanisch sprachen.<br \/>\nAch, wie ich die kleinen beneide. Sie k\u00f6nnen beide Sprachen flie\u00dfend. Ich muss noch ein paar J\u00e4hrchen dranh\u00e4ngen, um auch mein Japanisch auf solch ein Niveau zu bringen. Ich habe mir auch vorgestellt, dass meine Kinder &#8211; sollte ich jemals welche haben &#8211; auch zweisprachig aufwachsen k\u00f6nnten und auch so niedlich sind wie diese beiden. Naja, bis dahin ist es aber noch eine Weile hin. Erstmal die kinderlose Zeit noch ein wenig l\u00e4nger auskosten^^<\/p>\n<p><strong>Wort des Tages:<\/strong> \u30cf\u30fc\u30d5\u00a0(h\u0101\u0081fu = H\u00e4lfte, Halbzeit oder eben auch Mischling, also Personen, bei denen ein Elternteil japanisch und ein Elternteil ausl\u00e4ndisch ist).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal wieder hat mich die Schreibfaulheit gepackt. Vielleicht liegt es am hei\u00dfen und schw\u00fclen japanischen Wetter, mit dem ich mich seit einigen Wochen herumplagen muss. Genug der Ausreden und ab zum eigentlichen Thema. Vor knapp zwei Wochen habe ich mich mit meinen Futsal-Freunden zum Trinken in Namba, dem suedlichen Zentrum Osakas verabredet. 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