Archiv für Oktober 2008
Japaner und Überstunden
Japaner gelten allgemein als ein hart arbeitendes Volk. Richtig ist, dass besonders die Männer von morgens bis spät nachts im Büro sind, um das Geld für z.B. die hohe Miete und die unglaublich hohen Studiengebühren für die Kinder zahlen zu können. Aber nicht nur deswegen sind Japaner fast jeden Tag ein paar Stündchen mehr am Arbeitsplatz. Einerseits gibt es oft zu viel Arbeit für zu wenig Angestellte, da die Firmen nicht mehr Geld als nötig an die Angestellten verschwenden möchten, andererseits möchte man auch nicht als faul oder egoistisch dastehen.
Nun werden in Japan aber nicht in jeder Firma Überstunden bezahlt, und trotzdem arbeiten viele Menschen länger als sie offiziell müssen. Diese unbezahlten Überstunden, die als サービス残業 (sābisu-zangyō) bezeichnet werden und für die es auch ansonsten keinen Ausgleich gibt, sind wirklich sehr verbreitet.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass die japanischen Arbeitnehmer im Laufe des letzten Jahres ungefähr 27,2 Millarden Yen in unbezahlten Überstunden geleistet haben. Dabei gelten unbezahlte Überstunden als illegal. Mittlerweile gibt es mehr und mehr Arbeitnehmer, die sich gegen diese unfairen Machenschaften ihrer Arbeitgeber zur Wehr setzen, aber leider nehmen es die meisten weiterhin in Kauf, da sie Angst haben, ihren Arbeitsplatz dadurch zu verlieren.
Wort des Tages: 猫の手も借りたい (neko no te mo karitai = alle Hilfe notwendig haben, sprich: zu beschäftigt sein). Erklärung: Man ist also so beschäftigt, dass man sich sogar die Pfote einer Katze ausleihen möchte. Genau das bedeutet nämlich diese Redewendung im wörtlichen Sinne.
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- Datum: 27. Oktober 2008
- Kategorie: Gesellschaft
- Kommentare: Keine Kommentare
- Wörter: 237