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Japanische Toiletten

Vielleicht wissen die meisten, dass sich japanische Toiletten von den westlichen Toiletten unterscheiden. Zwar gibt es auch Toiletten im westlichen Stil, aber diese haben dann noch wesentlich mehr zu bieten als ihre Pendants in Europa und Amerika.

Auch noch heute gibt es in vielen öffentlichen Toiletten wie z.B. auf Bahnhöfen die traditionelle japanische Toilette. Falls man so eine Toilette aufsucht, muss man sich über diese Hocken und dann der Natur freien Lauf lassen. Die Gewohnheit Papas beim Groß machen Zeitung zu lesen, fällt dabei flach, da man nicht so bequem auf der Klobrille Platz nehmen kann. Ganz im Gegenteil: Es ist sogar recht unbequem und man beschränkt sich dann besser auf den reinen Akt der Körperentleerung. ^^
Viele ausländische Touristen wissen nicht, wie man diese Toiletten benutzt. Auch ich war mir anfangs nicht ganz sicher, auf welche Art und Weise ich mich hinhocken sollte, um keine Sauerei anzurichten. Aber an manchen Toiletten gibt es nette Bedienungsanleitungen, die einen auf die richtige Körperhaltung hinweisen.

Die modernen japanischen Toiletten im westlichen Stil sind dagegen sehr luxuriös ausgestattet. Selbst auf einen Bahnhöfen und in den meisten Kaufhäusern haben die Klos etliche Knöpfe, mit denen man herumspielen kann. Um sich den Hintern mit dem rauen Toilettenpapier nicht wund zu scheuern, kann man sich Wasser an seinen Allerwertesten spritzen lassen. Der Wasserstrahl ist dabei im Winkel und auch im Wasserdruck regulierbar. Ein weiteres Feature ist die beheizte Klobrille, bei der man manchmal das Gefühl hat, als ob nur wenige Sekunden zuvor ein anderer Gast die Toilette benutzt hatte. Aber an sich ist so ein beheizter Sitz etwas Tolles. Im Winter würde man sich wohl den Hintern abfrieren, wenn es diese Heizungen nicht gäbe.
Weiterhin gibt es bei fast allen Toiletten ein kleines Waschbecken angebaut. Sobald man die Spüle drückt, kommt oben Wasser heraus, mit dem man sich die Hände waschen kann. Das ist nicht nur sehr praktisch, sonder spart auch Wasser.

Apropos Wasser sparen: Auf Frauentoiletten gibt es einen besonderen Knopf, von dem ich erst vor Kurzem erfahren habe. Ich habe mal mit einer Japanerin über Toiletten bzw. die Angewohnheit einiger Japanerinnen geredet, schon bevor man sich hinsetzt, die Spülung zu benutzen. Für mich ist das die reinste Wasserverschwendung. Aber Japanerinnen lassen das Wasser fließen, um so die “peinlichen” Geräusche zu übertönen, die beim Wasserlassen produziert werden.
Und da es anscheinend wirklich sehr viele Frauen in Japan machen, gibt es auf einigen öffentlichen Damentoiletten einen Knopf, um die Geräusche der Spüle nachzuahmen. So wird dann der Wasserverschwendung Einhalt geboten und gleichzeitig den Frauen Sicherheit geboten, sich auf dem öffentlichen Damen-WC nicht zu blamieren.

Übrigens wissen nicht alle japanischen Männer von der Existenz dieses Knopfes, wenn ich meiner japanischen Bekannten trauen darf. Aber woher sollten die Männer das auch wissen? Schließlich geht normalerweise kein Mann auf eine Damentoilette. Und wenn doch, dann ist er meistens so betrunken, dass er kaum in der Lage ist, diesen kleinen Knopf wohl drücken.

Auf Youtube habe ich dafür auch ein Beweisvideo für die Existenz dieses Knopfs gefunden:

Wort des Tages: 音姫 (otohime = Melodie oder Spülgeräusch japanischer Toiletten, um die natürlichen Geräusche zu übertönen)

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1 Kommentar zu „Japanische Toiletten“

  • Eva Eva sagt:

    Es gibt sogar “tragbare Wasserknöpfe”, falls es mal in einer öffentlichen Toilette diesen Knopf nicht gibt und frau otohime abspielen möchte.

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