Yodogawa-Matsuri
Steffel | 9. August 2009 | 1.750 mal gelesenGestern Abend fand hier in Osaka das Yodogawa-Matsuri, das größte Sommerfeuerwerk Osakas, statt. Jedes Jahr versammeln sich mehrere Tausend Menschen aus Osaka und Umgebung, um sich das Spektakel anzuschauen. Besonders viele junge Japaner kleiden sich traditionell in Yukatas. Diese sind wirklich schön anzuschauen, aber für die Träger ist das bei den tropischen Temperaturen (gestern waren es laut einem Thermometer 40 Grad) und der sehr hohen Luftfeuchtigkeit wirklich kein Spaß. Da ich gestern einen Termin im südlichen Zentrum Osakas (in Namba) hatte, musste ich mich durch das Getummel kämpfen. Überall Menschen, noch mehr als sonst schon. Und die jungen Leute in den Yukatas schwitzten ohne Ende. Auch bei mir floss der Schweiß wie bei einem Wasserfall, obwohl ich nur ein leichtes T-Shirt trug.
Ich war sehr froh, als ich am Nachmittag wieder zu Hause in der durch die Klimaanlage gekühlte Wohnung  ankam. Doch abends musste ich ja noch einmal raus, um mir das Feuerwerk anzuschauen.
Vor drei Jahren war ich einmal direkt beim Fest. Schon Stunden vorher sind wir damals dort hingegangen, um einen halbwegs schönen Platz auf einer Wiese direkt neben dem Yodogawa (淀川 = Yodo-Fluss) zu bekommen. Wir saßen inmitten von kleinen Familien und frischen Liebespaaren, die Bier tranken, Obentos aßen und sich gegenseitig mit Hilfe eines Fächers abkühlten.
Am schlimmsten war aber der Heimweg. Wenn alle gleichzeitig so schnell wie möglich nach Hause wollen, kann es ja nur zu Problemen kommen. Der Heimweg dauert länger als das eigentliche Feuerwerk. Dabei wohnten wir schon nicht so weit weg. Damals beschloss ich dann, nicht noch einmal zu diesem Fest zu gehen. Ohnehin sieht das Feuerwerk jedes Jahr gleich aus.
In den letzten zwei Jahren habe ich das abendliche Lichtspiel erfolgreich verpasst. Aber gestern musste ich einen kleinen Kompromiss eingehen. Seit anderthalb Jahren wohnen wir ja nur ein paar Minuten zu Fuß vom Yodogawa entfernt. Wir schnappten uns unsere Fahrräder und fuhren knapp 7 Minuten zum Fluss, wobei wir einige Kilometer entfernt vom eigentlichen Fest waren. Trotzdem gab es auch hier viele Menschen, die es sich schon vor uns bequem gemacht hatten. Nun standen wir auf einem kleinen Hügel und beobachteten das ca. 40-minütige Spektakel. Ich fotografierte fleißig, um wenigstens ein paar anständige Fotos zu erzielen. Nachts in fast völliger Dunkelheit ohne Stativ zu fotografieren ist nämlich kein Kinderspiel. Das Resultat könnt ihr euch in meiner Galerie (ja, das wird mit einem “L” geschrieben!) anschauen.
Leider hatten wir teilweise recht starken Gegenwind, so dass wir wegen der Rauchwolken nicht immer eine gute Sicht hatten. Außerdem standen einige Wohnhäuser im Weg. Trotzdem hat sich der kurze Ausflug gelohnt. Es war auch weniger stressig und heiß als ich es erwartet hatte. Bevor wir nach Hause fuhren, gingen wir noch zum Supermarkt und kauften ein paar Leckereien zum Abendbrot. Auch dort waren unzählige Leute unterwegs. Es gab extra für die ganzen Schaulustigen Kühltruhen mit Getränkedosen, um sich eine schnelle Abkühlung zu gönnen. Anscheinend hatte aber kaum einer Interesse daran, denn alle Truhen waren noch stark befüllt.
Daheim angekommen, wurde erstmal ein Bier aufgemacht und mit Gimp, einem kostenlosen Grafikprogramm, an den Fotos gearbeitet.
Wort des Tages: 立秋 (risshū = Herbstanfang nach dem traditionellen japanischen Kalender)
Warum ich dieses Wort gewählt habe? Tja, laut des japanischen Kalenders ist um den 8. August herum Herbstanfang. Wettertechnisch sieht das aber ganz anders aus. Bis Ende September werde ich mich wohl noch mit Temperaturen jenseits der 30 Grad herumplagen müssen… Erst danach wird es hier wieder etwas kühler.





